12:24 10 Dezember 2018
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    Flüchtlinge bei einem Schulunterricht in Hochheim am Main (Archivbild)

    „Bild“: Nur einer von 103 Erstklässlern in Berliner Schule spricht zu Hause Deutsch

    © AFP 2018 / Daniel Roland
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    Von den 103 Erstklässlern, die im Sommer an eine Schule im Berliner Bezirk-Neukölln gekommen sind, hat nach Angaben der „Bild“-Zeitung nur ein Kind deutsche Eltern. An zwei weiteren Schulen im Viertel finden sich unter 109 ABC-Schützen demnach nur zwei Kinder, bei denen Deutsch Mutter- und Familiensprache ist.

    Wie der Journalist Hildburg Bruns in „Bild“ schreibt, sorgt die Sozialstruktur der Umgebung dafür, dass Integration an den Neuköllner Schulen ein Fremdwort bleibe: „Trotz der vielen Sozialwohnungen war die Bevölkerungsstruktur gemischt. Doch durch die sogenannte Fehlbelegungsabgabe mussten Mieter Strafe zahlen, wenn ihr Einkommen so groß wurde, dass sie kein Anrecht mehr auf eine Sozialwohnung hatten.“

    Als Folge seien Besserverdienende weggezogen, übriggeblieben seien Familien mit ausländischen Wurzeln, in denen oft überhaupt niemand mehr arbeitet.

    „Wir sind arabisiert!“, wird Schulleiterin Astrid-Sabine Busse zitiert. Die 61-Jährige erzählt dem Blatt über ihre Hausbesuche: „Viele Kinder haben kein eigenes Bett, geschweige denn einen Arbeitsplatz. Die großen Geschwister spielen am Computer, sehen fern. Dabei braucht ein kleines Kind Ruhe, um das Gelernte zu verarbeiten. Es gibt keine Tagesstruktur. Selbst die gemeinsamen Mahlzeiten sind weggebrochen.“

    Im Umfeld der Schule haben zwar 88 Prozent der Kids eine Kita besucht, dennoch haben 70 Prozent Sprachdefizite, schreibt die Zeitung unter Verweis auf den Neuköllner Einschulungs-Atlas. „Wir sind hier an der Front“, sagt Schulleiterin Busse.

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    Berlin, Deutschland