03:35 23 März 2019
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    Experte für Verschwörungstheorien: „Prepper nicht über einen Kamm scheren“ - VIDEO

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    Paul Linke
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    Egal ob Naturkatastrophen, Kriege oder Wirtschaftskrisen. Prepper sind auf jeden Notfall vorbereitet. Doch einige Meldungen rückten die Bewegung zuletzt ins schlechte Licht: Rechtsradikale Prepper sollen demnach Anschläge auf Politiker geplant haben. Ein Experte für Verschwörungstheorien warnt vor zu eiligen Rückschlüssen.

    „In der heutigen globalisierten Welt, mit einer schneller wachsenden Bevölkerung und immer mehr Konflikten bereiten sich immer mehr Menschen auf Naturkatastrophen, industrielle Katastrophen, Kriege, eventuelle Wirtschaftszusammenbrüche vor“, heißt es auf der Internet-Seite der „Prepper Gemeinschaft Deutschland“ (PGD).

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    Der Begriff Prepper kommt von dem englischen Ausdruck „being prepared” (deutsch: vorbereitet sein). Vor einigen Jahren sei dieses Phänomen noch unbekannt gewesen und von den meisten aus Angst oder aus Unverständnis als Spinnerei abgetan worden. Doch in den letzten Jahren und nicht zuletzt durch die Wirtschaftskrise in Europa sei das Thema Prepper immer mehr ins öffentliche Licht gerückt, so die Erklärung der Gemeinschaft.

    Prepper im schlechten Licht

    Medienberichte von „Focus“ und „Taz“ haben nun nach eigenen Angaben ein rechtsradikales „Prepper-Netzwerk“ offengelegt, das sogar Anschläge auf Politiker plane. Solche Meldungen werfen kein gutes Licht auf die PGD. Auch solche pauschalen Aussagen, wie die des SPD-Abgeordneten Uli Grötsch, werden in Zukunft das Image nicht verbessern: „Wir hatten mal eine denkwürdige Innenausschusssitzung, in der ich mit einem Referatsleiter des Bundesamtes aneinander geraten bin, der die Prepper geradezu – so habe ich es genannt – ‚raviolisierend‘ dargestellt hat. Dass es denen aber um etwas ganz anderes geht, als Dosenvorräte anzulegen, das wissen wir inzwischen“, sagte Grötsch gegenüber der „Taz“.

    PGD warnt: „Aus Kritik wird Hetzerei“

    Solchen Vorurteilen begegnet der PGD-Gründer Bastian Blum auf seiner Seite entschieden: „Wir distanzieren uns auch von radikalen Gruppierungen, die den Staat und deren Exekutive nicht akzeptieren und durch Fantasiegründungen eines eigenen illegalen Staates oder Königreiches die Gesellschaft zerstören wollen“. Die Betreiber der Plattform seien gegen Rechts- und Linksradikale. „Wer Kritik übt, sollte wissen wie man sie übt und auch eine realistische Lösung anbieten, da sonst aus einer Kritik schnell Hetzerei wird“, bemängelt Blum.

    Auch der Experte für Verschwörungstheorien beim „Goldenen Aluhut“, Rüdiger Reinhardt, warnt vor einer Vorverurteilung und davor, generell alle Prepper über einen Kamm zu scheren. „Prepper, die ich kenne, haben einfach nur Spaß daran Survival-Training zu machen, sich eine Woche im Wald zurecht zu finden und das dann auf Youtube hochzuladen“, erklärt Reinhardt im Sputnik-Interview. „Der Goldene Aluhut“ ist eine gemeinnützige Organisation aus Berlin, die nach eigenen Angaben „der täglichen Flut von Kuriositäten und Verschwörungswahnsinn mit Humor und Aufklärung entgegen treten“ möchte.

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    „Keine Panik“

    Dass es Rechtsradikale unter den Preppern gibt, weist der Experte nicht zurück. Verrückte gebe es überall auf der Welt. Wenn diese Menschen versuchen würden, mit gefährlichen Ideologien einen Umsturz herbeizuführen, müsse man intervenieren — da sei der Staat gefragt, betont der Prepper-Experte. Reinhardt erinnerte in dem Zusammenhang an den Fall, als ein Mann aus der sogenannten Reichbürgerszene von der Schusswaffe Gebrauch gemacht hatte. Der 50-jährige Reichsbürger und Todesschütze Wolfgang P. wurde vor circa einem Jahr zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er auf Beamte einer Spezialeinheit geschossen hatte. Dabei starb ein Polizist, zwei weitere wurden verletzt. „Man sollte bei einzelnen doch schon vorsichtig sein, aber jetzt nicht in Panik verfallen“, betont Reinhardt.

    Tags:
    Prepper, Netzwerk, Katastrophe, Rechtsradikale, Verschwörungstheorie, Nazis, Deutschland
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