00:54 17 Dezember 2018
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    Russischer „Aldi“ startet in Leipzig

    © AFP 2018 / KRISTOF VAN ACCOM / BELGA
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    Armin Siebert
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    In wenigen Tagen eröffnet in Leipzig die erste Filiale einer russischen Supermarkt-Kette. Nachdem der Billig-Discounter Russland im Sturm erobert hatte, expandiert er nun unter dem Namen „Mere“ gen Westen. Weitere Märkte, vor allem in Ostdeutschland, sind geplant.

    Wie chip.de berichtet, soll Anfang Dezember auf 800 Quadratmetern im Einkaufszentrum "Treff Portitz" in Leipzig die erste Filiale einer russischen Supermarkt-Kette eröffnen. Erklärtes Ziel ist es, die niedrigsten Preise vor allem für Lebensmittel, aber auch für ausgewählte Haushaltswaren anzubieten. Zwischen 1500 und 2000 Produkte zu Schnäppchenpreisen sind pro Filiale geplant.

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    Von Svetofor zu Mere

    In Russland begann der Siegeszug von „Svetofor“ (auf Deutsch: Ampel) erst 2017. In einer Rekordzeit brachte es der Discounter dort auf 731 Filialen und einen Jahresumsatz von 1,3 Milliarden Euro. Schnell ging das Unternehmen dazu über, sein Erfolgskonzept ins Ausland zu übertragen. Nach der Markteinführung in Kasachstan, China, Weißrussland, Rumänien, Aserbaidschan und Polen hat die sibirische Firma nun Deutschland ins Visier genommen. Von der Planung bis zur Umsetzung verging nicht einmal ein halbes Jahr. Am 17. Dezember soll es in Leipzig losgehen.

    Allerdings hat sich das Unternehmen „Torgservis“, das hinter der Supermarkt-Kette steht, für die Westexpansion einen neuen Markennamen ausgedacht. Während ursprünglich beim Deutschen Patent- und Markenamt in Berlin noch der Name „Centwelt“ registriert wurde, hat man sich nun doch für den bereits in Rumänien und Polen genutzten Namen „Mere“ entschieden.

    Newcomer mit Kampfpreisen

    Das Konzept der neuen russischen Läden ist es,  wenig Service, aber viel Angebot zu geringen Preisen anzubieten. Wie niedrig die Preise sind, konnten Kunden bereits bei der Discounter-Eröffnung in Rumänien erleben. Die Preise von Mere für Grundnahrungsmittel wie Kaffee, Salz, Milch, Wurst und Nudeln lagen circa 20 Prozent unter denen der führenden Anbieter wie Lidl oder Penny. Das Motto von Mere ist „Low Cost. Every Day“ (niedrige Preise, jeden Tag). Präsentiert wird die Ware auf Paletten in einer Art Lagerhalle und direkt aus den Kartons heraus verkauft. So kann sich die Kette Preise von 4,99 Euro etwa für eine Wok- und Bratpfanne oder 3,99 Euro für eine 10er Packung Weihnachtskugeln leisten.

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    Mere will es nicht bei der Filiale in Leipzig belassen, sondern im nächsten Jahr 100 weitere Standorte in Norddeutschland, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Berlin eröffnen.

    Es wird sich zeigen, ob die russischen Newcomer den erprobten Platzhirschen im knallharten deutschen Discounter-Geschäft Paroli bieten können.

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    Tags:
    Marktkonkurrenz, Markt, Aldi, Lidl, Deutschland, Russland