02:38 14 Dezember 2018
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    US-Einheiten in Syrien (Archiv)

    Syrien: IS-Terroristen nur noch in US-kontrollierter Zone – russischer Generalstab

    © AP Photo / Hussein Malla
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    Der russische Generalstabschef Valeri Gerassimow hat am Mittwoch die heutige Lage in Syrien geschildert und Bilanz des ablaufenden Jahres gezogen.

    Laut Gerassimow haben die syrischen Regierungstruppen, die unter Führung der russischen Militärberater eine wesentliche Kampferfahrung erhalten haben, im laufenden Jahr 387 Orte von den radikalen Islamisten befreit. Mehr als 23.000 Extremisten seien dabei getötet worden. Die Deeskalationszonen in Ost-Ghuta, Homs sowie im Süden des Landes seien nun unter der Kontrolle der Regierungskräfte.

    Aus den Deeskalationszonen seien über die extra geschaffenen humanitären Korridore mehr als 230.000 Zivilisten hinausgeführt worden. Den „unversöhnlichen" Kämpfern sei erlaubt worden, in die Provinz Idlib sowie in den Norden der Provinz Aleppo auszureisen.

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    Bei diesen humanitären Einsätzen habe es keine Opfer unter Zivilisten und Kämpfern der „moderaten Opposition" gegeben. Mehr noch: „Über 40.000 Kämpfer der bewaffneten Einheiten der „gemäßigten" Opposition schlossen sich den Regierungstruppen an", so der russische Generalstabschef. Die Kämpfer sollen freiwillig 650 Waffen und Militärfahrzeuge abgegeben haben.

    Die Anzahl der Verstöße gegen die Waffenruhe durch die bewaffnete Opposition sei nach der Bildung der entmilitarisierten Zone in Idlib wesentlich zurückgegangen. Dies bestätige die Wirksamkeit des Verhandlungsformats von Astana, dessen Aktivitäten auf eine friedliche Beilegung der syrischen Krise abziele, so Gerassimow.

    Gerade im Rahmen dieses Formats sei am 24. November ein „Pilotprojekt" zum Austausch von Geiseln und festgenommenen Personen zwischen der syrischen Regierung und der Opposition umgesetzt worden.

    Die aktive Phase des Militäreinsatzes zur Eliminierung der bewaffneten Gruppen auf syrischem Territorium sei bereits im Dezember 2017 abgeschlossen gewesen, betonte Gerassimow:

    „Heutzutage befinden sich IS*-Kämpfer lediglich östlich des Euphrat, auf dem Territorium, das von den USA kontrolliert wird. Der Rest der bewaffneten Einheiten der radikalen Gruppierungen, die von „Dschabhat al-Nusra" geleitet werden, konzentrieren sich in der der Deeskalationszone Idlib", sagte er.

    Dabei hätten die schlummernden Terrorzellen im Osten des Landes aktive Handlungen aufgenommen und mit der Erweiterung ihrer Einflusszone begonnen.

    „Im Westen Syriens gab es zwar auch vereinzelte Kämpfergruppen und „schlummernde" IS-Zellen. Allerdings wurden sie von den syrischen Regierungstruppen und Geheimdiensten vernichtetet. Die Situation steht unter der vollständigen Kontrolle der Regierung", so Gerassimow.

    „Im Osten des Landes wurden solche Maßnahmen nicht ergriffen", betonte er.

    „Im Gegenteil sehen wir, wie die US-geführte internationale Anti-Terror-Koalition und die von ihnen kontrollierten Einheiten der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) seit bereits sechs Monaten nicht im Stande sind, die Niederlage der IS-Truppen in der Nähe der Stadt Hadschin zu vollenden", hob er hervor.

    Laut Gerassimow handelt es sich bei der erwähnten Militäroperation um die Rückeroberung eines zweieinhalb bis drei Kilometer breiten und 25 Kilometer langen Streifens. „Entsprechend den Kampferfahrungen der Regierungstruppen kann eine Aufgabe solch einer Art im Laufe von einer bis zwei Wochen erfüllt werden", sagte der russische General.

    Russland habe den Vereinigten Staaten vorgeschlagen, den US-Militärstützpunkt in At-Tanf abzubauen und den in der Nähe liegenden Grenzübergang gemeinsam zu kontrollieren. Die US-Seite habe die russischen Vorschläge unbeantwortet gelassen.

    Nach Syrien gelieferte S-300-Komplexe
    © Sputnik / Russlands Verteidigungsministerium

    Die USA würden ihre Präsenz in At-Tanf mit der Notwendigkeit rechtfertigen, dem Iran entgegenzuwirken, der angeblich den Abschnitt der syrisch-irakischen Grenze zur Verlegung seiner Waffen und Militärtechnik nutze.

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    Dabei verfolge die russische Militäraufklärung regelmäßig Konvois, die Ölzisternen aus den von der Anti-IS-Koalition kontrollierten Gebieten in die Türkei sowie in den Irak befördern würden, sagte Gerassimow. „Die mit dem Öl-Handel verdienten Geldmittel werden unter anderem auch für die Finanzierung der IS-Terroristen in den Gebieten jenseits des Euphrat ausgegeben", sagte er.

    Die Lage am östlichen Ufer des Euphrat, wo die USA sich auf syrische Kurden stützen und versuchen würden, ein von der zentralen Regierung unabhängiges quasistaatliches Gebilde zu schaffen, spitze sich zu, so Gerassimow.

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    „Sie (die USA — Anm. d. Red.) bilden bereits eine Regierung der sogenannten Demokratischen Föderation von Nordsyrien", sagte er. Die US-Amerikaner würden separatistische Stimmungen der Kurden mit Waffenlieferungen unterstützen und die Unterdrückung von Arabern durch Kurden zulassen.

     

    * Islamischer Staat, auch IS, eine in Russland verbotene Terrorvereinigung.

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    Dschabhat an-Nusra, Dschabhat al-Nusra, syrische Armee, Anti-IS-Koalition, Terrormiliz Daesh, Waleri Gerassimow, USA, Syrien, Russland