04:38 22 April 2019
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    Kinderspielplatz (Symbolbild)

    Spielzeug für die Welt: Erfolgreicher Familienbetrieb aus Brandenburg

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    Alexander Boos
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    Ein mehrfach preisgekrönter Familienbetrieb aus Brandenburg stellt seit 30 Jahren Spielgeräte und Klettergerüste aus Holz her. „Wir beliefern Deutschland und Kunden weltweit“, erklärt Claudia Gust, Marketingleiterin der „SIK Holz“, im Sputnik-Interview. „Unser Holz kommt aus der Nähe Berlins. Unsere Produkte stehen auch in Japan und Frankreich.“

    „Wir haben 1988 angefangen“, sagte Claudia Gust, Marketingleiterin bei der „SIK-Holzgestaltungs GmbH“, einem holzverarbeitenden Gewerbe in Brandenburg in Langenlipsdorf (gehört zur Gemeinde Niedergörsdorf im Landkreis Teltow-Fläming). Ihr Betrieb habe die Arbeit „sozusagen im letzten Jahr der DDR“ aufgenommen. „Damals wurde das Kleingewerbe – wir sind ein ganz kleiner Familienbetrieb – staatlich gefördert, um auch Lücken in der Produktion zu schließen.“

    Dieses letzte Jahr habe dem Unternehmen „einen ganz kleinen Vorsprung vor der Wende (1989, Anm. d. Red.) gegeben. Wir waren nicht ganz unvorbereitet, als die Wende kam. Wir waren ein ganz kleiner Betrieb und konnten uns dadurch langsam entwickeln und immer mit der Nachfrage wachsen.“ Damit habe die Firma im Vergleich zu anderen DDR-Betrieben beim damaligen Übergang in die Marktwirtschaft „einen Vorteil“ nutzen können. Daraus resultiere bis heute eine große Nachfrage. 

    Preisgekrönte Spielgeräte aus Holz

    „Wir sind in diesem Jahr ausgezeichnet worden als brandenburgisches Unternehmen“, freute sich die Firmensprecherin im Interview. Ihr Ehemann, SIK-Geschäftsführer Klaus-Peter Gust, nahm im November 2018 während einer feierlichen Ehrung im Brandenburger Ministerium für Wirtschaft und Energie den „Sonderpreis im Handwerk“ entgegen.

    Der Betrieb hat 2018 zudem den „Unternehmer-Preis“ gewonnen, den alljährlich das Magazin „Super Illu“ gemeinsam mit den ostdeutschen Sparkassen für herausragende Leistungen in Ostdeutschland vergibt. „Heute hat SIK 216 Mitarbeiter und ein riesiges Firmengelände“, schrieb das Magazin Ende November zur Preisvergabe an das Unternehmen.

    Wochen-Produktion im Wert von 300.000 Euro

    Der brandenburgische Holz-Familienbetrieb konnte in den letzten Jahren weitere Preise gewinnen. Darunter 2010 und 2014 den „Wirtschaftspreis des Landkreises Teltow-Fläming“.

    Laut SIK-Marketingleiterin Gust produziert der Betrieb wöchentlich allein Spielgeräte aus Holz – auch zum kreativen Lernen – im Wert von circa 300.000 Euro. Neben dem Spielzeug stellt das Unternehmen Klettergerüste sowie Baumhäuser her. Das Unternehmen erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 15 Millionen Euro.

    Das Holz kommt östlich von Berlin

    „Wir produzieren Spielgeräte und ähnliches für den öffentlichen Raum, also auch für Spielplätze“, sagte sie. „Das ist unser Hauptsegment. Aber eben auch Sitzmobiliar. Im Prinzip alles, was man so weitgehend für die Ausstattung in Freiflächen-Parks braucht.“ Sie freue sich, dass sich die gesellschaftliche „Bedeutung des Spielplatzes“ sehr positiv in den letzten Jahren entwickelt habe. „Der Spielplatz ist etwas geworden, was man selbst auf kleinen Dörfern als selbstverständlich als Treffpunkt für alle Menschen an der frischen Luft ansieht.“

    Der Betrieb in Brandenburg arbeite meist mit Robinienholz als Werkrohstoff. „Den größten Teil unseres Holzes beziehen wir östlich von Berlin. Da gibt es aufgeforstete Wälder, wo man nachwachsendes Holz einschlagen kann. Die Menge, die wir aus unserem Bundesland beziehen, das macht etwa 75 Prozent unseres gesamten Materials aus. Dadurch, dass das Holz aus Brandenburg kommt, haben wir kurze Transportwege.“

    International gefragt: Produkte aus Langenlipsdorf

    Die SIK-Holzprodukte seien „weltweit gefragt“, so die „Super Illu“: „Im Freizeitpark Vulcania (Frankreich) steht ein riesiger Vulkan in Kindergestalt. In Anje (Japan) entstand ein Riesen-Spielplatz.“ Eben allesamt Holz-Produkte aus der Manufaktur in Langenlipsdorf.

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    „Die Freizeit-Parks gehören auch mit zu unseren Kunden“, kommentierte die Marketingleiterin. „Die sind meist international vernetzt. Wenn man eine Messe besucht, die internationales Publikum hat, dann findet man auch Interessenten aus der ganzen Welt dort. So entstehen Anfragen von Freizeit-Parks aus Deutschland und dem Ausland, die wir bearbeiten. In der Regel haben wir fast in jedem Land in Europa einen festen Partner, der sozusagen bei uns einkauft und das Projekt dann wieder in dem Land verkauft und dort abwickelt. So ist es mit Japan zum Beispiel.“

    Ihr Betrieb beliefere hauptsächlich Kunden in Deutschland und Westeuropa. „Osteuropa auch, aber nicht ganz so intensiv. Aber es gibt eben auch neue Märkte, die sich dann über Messebesuche für uns erschließen.“ Das lässt vermuten, der Wirtschaftserfolg des kleinen Familienunternehmens aus Brandenburg wird wohl auch in Zukunft weiter anhalten.

    Das komplette Radio-Interview mit Claudia Gust (SIK Holz) zum Nachhören:

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    Tags:
    Betrieb, Holz, Markt, Produktion, Unternehmen, Arbeit, Deutschland