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10:36 21 Oktober 2019
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    Nach der Schießerei in Straßburg

    Neue Details und erste Reaktionen zur Schießerei in Straßburg

    © REUTERS / Christian Hartmann
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    Schießerei in Straßburg (11)
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    Frankreichs Innenminister Christophe Castaner sowie französische Medien lüften weitere Details zur jüngsten Schießerei in Straßburg und zum Täter.

    Nach aktuellen Angaben der Präfektur in Straßburg wurden bei dem Attentat drei Personen getötet. 13 weitere Menschen wurden verletzt, sieben davon schwer. Zuvor war von vier Toten berichtet worden.

    Der französische Innenminister, Christophe Castaner, teilte mit, dass der mutmaßliche Angreifer vom Straßburger Weihnachtsmarkt bereits wegen Delikten in Frankreich und in Deutschland verurteilt worden sei. Der Mann sei auch am frühen Mittwochmorgen noch nicht gefasst. Bei der Flucht soll sich der Angreifer zwei Mal Schusswechsel mit Sicherheitskräften geliefert haben.

    Laut Medien ist er mit einem gestohlenen Taxi entkommen und verwundet. Die französische Regierung hat höchste Alarmstufe ausgerufen. Laut Laurent Nunez, Staatssekretär im französischen Innenministerium, ist es nicht ausgeschlossen, dass der Täter von Straßburg nach Deutschland geflohen ist.

    Unter anderem wird berichtet, dass der Täter eigentlich am Dienstagmorgen verhaftet werden sollte – laut dem TV-Sender BFMTV wird ihm Raub vorgeworfen, weitere Medien schreiben von versuchtem Mord. Jedoch konnte der Mann nicht zu Hause aufgefunden werden. Bei der Stunden vor den Schüssen erfolgten Wohnungsdurchsuchung soll die Polizei auf Granaten gestoßen sein.

    Laut der Präfektur in Straßburg sollen die Augenzeugen gehört haben, dass der Täter „Allahu Akbar“ rief. Die Ermittler gehen inzwischen von einem terroristischen Hintergrund aus.

    Weitere Details zum Angreifer

    Bei dem Täter geht es um den 29 Jahre alten Chérif Chekat. Laut dpa ist er französischer Staatsbürger mit nordafrikanischen Wurzeln. Medienberichten zufolge ist der Mann mit sechs Geschwistern im Elternhaus in Straßburg aufgewachsen. Er soll keine Ausbildung gemacht haben. 

    Die französische Polizei fahndet nun öffentlich mit dem Foto des Attentäters.

    Aus dem Urteil des Amtsgerichts Singen (bei Konstanz) geht laut dem „Tagesspiegel“ hervor, dass der Mann im Jahr 2016 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt wurde. 2017 wurde er nach Frankreich abgeschoben. Dem BKA war er nicht als Islamist bekannt.

    2008 war Chekatt in Frankreich und dann 2013 in der Schweiz wegen Einbrüchen bestraft worden. Demnach erbeutete er im Februar 2012 in einer Zahnarztpraxis in Mainz 1467 Euro Bargeld, Briefmarken im Wert von 192 Euro sowie Zahngold im Wert von 6572 Euro. Im Januar 2016 soll er in Engen (Landkreis Konstanz) in eine Apotheke eingebrochen sein und 315 Euro erbeutet haben. Er habe alle Taten zugegeben. Im Urteil steht unter anderem, dass er seit 2011 arbeitslos „und nach eigenen Angaben viel auf Reisen“ war. Insgesamt seien gegen den mutmaßlichen Schützen 27 Gerichtsurteile bereits ergangen, erklärte Rémy Heitz, der für Terrorermittlungen zuständige Staatsanwalt von Paris.

    Der Mann ist in Frankreich als Gefährder eingestuft. Nach „Spiegel”-Informationen wurde er im August 2018 von französischen Sicherheitsbehörden international zur Fahndung ausgeschrieben.

    Weltspitzenpolitiker reagierten bereits auf die jüngste Attacke.

    „Solidarität der gesamten Nation für Straßburg, unsere Opfer und ihre Familien“, twitterte Frankreichs Präsident, Emmanuel Macron.

    Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich „tief erschüttert“ über den Angriff in Straßburg geäußert. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern, unser Mitgefühl gilt ihren Angehörigen“, twitterte er. Bundesregierung tue alles, um den französischen Freunden beizustehen.

    „Schockiert und traurig über die schreckliche Attacke in Straßburg (…)“, kommentierte die britische Premierministerin, Theresa May. 

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    Themen:
    Schießerei in Straßburg (11)
    Tags:
    Tote, Verletzte, Schießerei, Theresa May, Steffen Seibert, Emmanuel Macron, Straßburg, Deutschland, Frankreich