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18:47 19 August 2019
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    Friedrich Merz bei Bundespressekonferenz (Symbolbild)

    Geldlose „AKK” und Politiker, die richtig Kohle machen

    © REUTERS / Hannibal Hanschke
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    Liudmila Kotlyarova
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    Mit Annegret Kramp-Karrenbauer hat die CDU eine Parteivorsitzende bekommen, die keine Einkünfte hat. Ein Novum. Während die Partei sich ein Einkommen für die neue Chefin überlegt, checkt Sputnik die Gehälter deutscher Spitzenpolitiker.

    Politik ist kein Beruf, aus dem das Geld wie aus dem Füllhorn strömt, oder? Für Annegret Kramp-Karrenbauer scheint der neue Posten an der CDU-Spitze eine Berufung zu sein, denn Geld verdient man als Parteivorsitzende nicht. Das heißt: Ehrenamt. Andere Ämter besetzt sie derzeit nicht. Ein Ministeramt ginge für sie auch nicht, denn sie wolle “für eigenständige Positionen der Union stehen”. Dabei verdiente sie zuvor als Ministerpräsidentin des Saarlandes rund 13.200 Euro brutto. Und rund 10.000 Euro, die dem Generalsekretär zukommen, gehen nun an AKK-Nachfolger Paul Ziemiak. Aus diesem Grund soll laut Medien in CDU-Kreisen diskutiert werden, ob man der Politikerin ein Einkommen in Höhe der Bezüge von Bundestagsabgeordneten, also etwa 9780 Euro brutto, zuteilt. Der Tagesspiegel berichtet unter Verweis auf die Parteisprecherin, eine Entscheidung sei noch nicht getroffen. Ob die neue Bundeskanzlerkandidatin auf ihren Ehemann angewiesen sein soll?

    Annegret Kramp-Karrenbauer (l.) und Angela Merkel nach der Parteivorsitz-Abstimmung beim CDU-Parteitag in Hamburg
    © REUTERS / Kai Pfaffenbach
    Annegret Kramp-Karrenbauer (l.) und Angela Merkel nach der Parteivorsitz-Abstimmung beim CDU-Parteitag in Hamburg

    Ihr Ex-Rivale Friedrich „Fritz” Merz könnte sich nach der Niederlage zumindest von seiner Million Euro trösten lassen. Pro Jahr zwar, aber mit rund 83.300 Euro pro Monat „gehöre man doch zur gehobenen Mittelschicht”, wie der in der Wirtschaft gut vernetzte Merz sich präsentierte. Der Schäuble-Liebling, der erst 2017 als Brexit-Beauftragter der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen in die Politik zurückkehrte, macht zusätzlich zu seinem Monatsgehalt laut der deutschen Fondsgesellschaft mindestens 125.000 Euro pro Jahr beim Vermögensverwalter Blackrock. Dazu würden noch 80.000 Euro bei dem Toilettenpapierhersteller Wepa Industrieholding, 75.000 Euro bei der Bank HSBC Trinkaus und 14.000 Euro beim Flughafen Köln/Bonn kommen. Woher das andere Geld stammt, ließ Merz offen.

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    Bundeskanzlerin Angela Merkel, die absolute Medienheldin für alle Fälle, war als CDU-Chefin im Vergleich zu AKK nicht auf das Parteivorsitzendengehalt angewiesen. Als Kanzlerin verdient sie momentan 18.820 Euro im Monat. Zudem werden ihr noch eine halbe Diät, das heißt die Hälfte eines Monatsgehalts eines Abgeordneten (etwas 4890 Euro) sowie eine reduzierte, steuerfreie Kostenpauschale in Höhe von 3230 Euro gezahlt. Mit der Pauschale sollen Aufwendungen wie Wohnung in Berlin, Mitarbeiter im Büro, Telefon und Internet beglichen werden. Monatlich verdient Angela Merkel also etwa 28.000 Euro brutto.

    Merkels langjähriger Weggefährte in der Politik und latenter Kommilitone Horst Seehofer gilt als absoluter Superstar was Kritik und Ironie der Medien angeht. Als Bundesinnenminister verdient er ein anständiges stattliches Salär in Höhe von rund 15.311 Euro pro Monat. Hinzu kommt noch eine steuerfreie Dienstaufwandsentschädigung von rund 12.271 Euro im Jahr plus eine jährliche steuerfreie Pauschale zu etwa 3681 Euro. So hat der treue CSU-Politiker etwa 17.300 Euro brutto pro Monat. Das gleiche gilt übrigens für Außenminister Heiko Maas sowie den dritten Parteichef-Kandidaten, im Berufsleben Gesundheitsminister, Jens Spahn. Der Politiker geriet im März 2018 ins Rampenlicht, als er vermutet hatte, von Hartz-IV in Höhe von 416 Euro leben zu können. Das Experiment wagte er aber nicht.

    Bundesinnenminister Horst Seehofer (Symbolbild)
    © REUTERS / Matthias Rietschel
    Bundesinnenminister Horst Seehofer (Symbolbild)

    Der Antiheld der Medien 2018 war ohne Zweifel Hans-Georg Maaßen. Der aus dem Bundesverfassungsschutz verbannte Politiker sollte als Staatssekretär des Bundesinnenministeriums 14.157 Euro im Monat plus Zulagen verdienen, aber Anfang November in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden. Die ersten drei Monate bekommt er das Gehalt des Präsidenten des Bundesverfassungsschutzes, also 11.577 Euro. Danach soll er sich auf 71,75 Prozent seines letzten Einkommens einstellen. Eine Rente von 8300 Euro im Monat – wer würde da schon Nein sagen?

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    Tags:
    Bundeskanzlerin, Bundestagsabgeordnete, Gehalt, Vermögen, Politiker, Einkommen, Auswärtiges Amt, Bundesinnenministerium, Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), Bundestag, Friedrich Merz, Jens Spahn, Annegret Kramp-Karrenbauer, Horst Seehofer, Heiko Maas, Hans-Georg Maaßen, Angela Merkel, Deutschland