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    Härteste Nuss der Welt geknackt: Nussknacker aus dem Erzgebirge vs. Macadamia

    © Foto : Detlev Müller/TU Bergakademie Freiberg
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    Die Macadamianuss ist nahezu kugelrund, sie ist hart und teuer und lässt sich nur schwer knacken. Zumindest so, dass der Kern dabei ganz bleibt. Der Maschinenbauer Matthias Kröger aus dem Erzgebirge hat nun einen Nussknacker gebaut, der die Nüsse schnell und vor allem deutlich effizienter knackt.

    „Das ist eine harte Nuss“ ist ein Sprichwort, das auf einer Tatsache beruht: Manche Nüsse sind einfach schwer zu knacken. Besonders sticht hier eine Art hervor: „Die Macadamianuss ist ziemlich perfekt kugelrund, sie hat auch keine Sollbruchstelle wie die Walnuss, bei der man sehen kann, dass sie aus zwei Halbschalen besteht. Dadurch ist sie so steif, dass man sich im Zweifelsfall draufstellen kann, ohne dass sie Schaden nimmt. Die zu knacken, ohne dass man den Kern kaputt macht, ist sehr schwierig“, bemerkt Maschinenbau-Professor Matthias Kröger von der Bergakademie der Technischen Universität Freiberg zur Problemnuss.

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    Die Technik: Schneiden und auseinanderziehen

    Aber genau das Problem hat der passionierte Nussknacker-Experte gelöst: Statt die Nuss, wie in der Industrie gängig, zwischen zwei Walzen einzuspannen und den Druck zu erhöhen, bis die Schalen bersten, hat Kröger eine Maschine gebaut, die im ersten Schritt die Schale der Nuss mit einem Schnitt versieht. Dann werden die beiden Hälften auseinandergezogen. Während bei der gängigen Walzmethode an die 50 Prozent der Kerne ebenfalls den Walzen zum Opfer fallen, erreicht der Prototyp der Kröger’schen Maschine eine Effizienz von 80 Prozent, will heißen: 80 Prozent der Kerne bleiben nach den Spalten der Schalen ganz.

    80 Prozent der Nüsse kommen jetzt schon so heil aus der Maschine
    © Foto : Detlev Müller/TU Bergakademie Freiberg
    80 Prozent der Nüsse kommen jetzt schon so heil aus der Maschine

    Macadamianüsse sind sehr wertvoll, vom Preis her mit anderen Rohstoffen durchaus vergleichbar, hebt Kröger hervor. Sparsam mit Ressourcen umzugehen, sei ein Leitsatz der Bergakademie. Deswegen und weil die Partneruniversität im Ort Voi in Kenia sich mit diesen Nüssen beschäftigt, kam auch der Professor aus der Bergakademie aus dem Erzgebirge auf diese Nuss.

    Der erste Test in Kenia habe sehr gute Ergebnisse gezeigt und eine kenianische Firma habe bereits Interesse an der Maschine gezeigt. Außerdem habe der Forscher Nüsse aus Neuseeland zugeschickt bekommen, damit er seine Maschine an ihnen erproben könne. Es gebe auch erste Kontakte nach Südafrika. Das Problem sei weit verbreitet, der Wunsch, die Nüsse effizient zu knacken – auch.

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    Vielfalt der Nussknacker zeigt Vielfalt von Ideen

    Die Beschäftigung des Maschinenbauers mit dem Nussknacker ist kein Zufall. Er lehrt bereits seit zehn Jahren „methodische Konstruktion“. Zu Beginn seiner Lehrtätigkeit habe er sich gefragt, wie er am besten zeigen könnte, was Konstruktionsmethodik bedeute. „Da bin ich auf den Nussknacker gekommen, weil er gut zum Erzgebirge passt, weil er gut zur Weihnachtszeit passt.“

    Aber das Wesentliche sei es, zu zeigen, dass ein Gegenstand verschiedene Lösungen haben könne: „Seit zehn Jahren veranschauliche ich den Studenten in der Vorlesung am Beispiel von Nussknackern, was für Ideen man haben kann, eine Nuss zu knacken. Es gibt einfache Konstruktionen in Form einer Zange, aber es gibt eine große Zahl verschiedener Lösungen. Daran kann man sehen, dass man auch neue Dinge erfinden kann, obwohl man im ersten Moment glauben mag, dass es diese Maschine schon gibt.“

    Das Interview mit Matthias Kröger in voller Länge:

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    Tags:
    Innovationen, Maschinenbau, Nüsse, Kenia