10:40 26 Juni 2019
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    Chinesische Touristen gehen an Bord eines Schiffes in Bangkok, Thailand

    Kampf gegen Dissidenten: Chinas Behörden zeigen sich kreativ - Medien

    © REUTERS / Athit Perawongmetha
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    US-Medien haben von einer ungewöhnlichen Weise chinesischer Behörden berichtet, gegen Dissidenten zu kämpfen, indem diese während bedeutender Ereignisse im Lande in einen „Zwangsurlaub“ geschickt werden.

    „Bei lüyou“, was im Deutschen „Zwangstourismus“ bedeutet, hat sich vor etwa fünf Jahren in China durchzusetzen begonnen. Sein Wesen besteht darin, dass während relevanter Ereignisse, beispielsweise, internationaler Gipfel oder Sportveranstaltungen, bekannte Dissidenten, deren Schicksal im Westen verfolgt wird, auf eine vom Staat bezahlte Touristenreisen geschickt werden. Auf solche Weise bewahren die Behörden die Stabilität im Lande.

    „The New Yorker“ berichtet unter anderem von dem 67-jährigen chinesischen Dissidenten Zha Jianguo, der während des in China stattfindenden Forums für Zusammenarbeit zwischen China und Afrika in einen „Zwangsurlaub“ verbannt worden sei. Während dieser Reise besuchte Zha Jianguo, der neun Jahre hinter Gitter wegen der Gründung einer oppositionellen Demokratischen Partei Chinas verbracht hatte, einen Nationalpark des Landes, taoistische Tempel und den Staudamm „Drei Schluchten“. Bei seiner Reise sei er von zwei Polizisten begleitet worden, und die Finanzierung des „Urlaubs“ soll das Sicherheitsministerium Chinas übernommen haben.

    Auf ähnliche Touristenreisen seien außer Zha Jianguo Anfang Herbst weitere Aktivisten geschickt worden.

    Das Blatt betont, dass in der Regel Dissidenten von drei Polizisten begleitet würden, dabei schlafe einer von den drei in ein und demselben Zimmer mit dem Aktivisten. Dieselben Polizisten kaufen Karten für Ausflüge, helfen dem Aktivisten mit Gepäck, machen Aufnahmen von ihm an malerischen Orten.

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    Tags:
    Aktivisten, Zwangsurlaub, Dissidenten, Andersdenkende, Demokratische Partei Chinaas, "The New Yorker", Zha Jianguo, Afrika, China