03:25 15 Dezember 2019
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    Bundeskanzleramt in BerlinWeihnachtsgeschenk (Symbolbild)

    „Peinlich“: „Bild“ tritt Debatte um eine Grußkarte aus dem Kanzleramt los

    © CC BY 2.0 / Martin Lang / Bundeskanzleramt © CC0
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    Die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung Annette Widmann-Mauz erntet heftige Kritik, weil sie in einer Grußkarte auf das Wort „Weihnachten“ verzichtet. Die Medien greifen den Shitstorm auf. Ein echter Skandal oder billiger Populismus? Bundestagsabgeordnete antworten via Twitter.

    Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Annette Widmann-Mauz (CDU), und ihr Team verschickten eine Postkarte zum Weihnachtsfest. Darauf sind Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, im Hintergrund ein Tannenbaum und ein Grußtext abgebildet: „Egal woran Sie glauben … wir wünschen Ihnen eine besinnliche Zeit und einen guten Start ins neue Jahr.“ Wie sehr man sich auch abmüht, das Wort „Weihnachten“ findet man dort einfach nicht. Na und? Doch genau daran ergötzen sich einige rechts-konservative Politiker und die „Bild-Zeitung“: „Die peinlichste Weihnachts-Karte aus dem Kanzleramt“, titelt das Blatt.

    Skandal: „CDU schafft Weihnachten ab! In einer Grußkarte der Integrationsbeauftragten Annette Widmann-Mauz aus dem Kanzleramt sucht man vergebens nach dem letzten Rest Christlichkeit, den die Partei immerhin noch im Namen trägt“, teilte die AfD-Fraktionschefin Alice Weidel via Kurznachrichtendienst Twitter mit.

     

    ​Auch einige CDU-Parteikollegen der Integrationsbeauftragten sollen sich der „Bild-Zeitung“ zufolge negativ über die Weihnachtskarten-Aktion geäußert haben. So soll der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfallen, Armin Laschet (CDU), mitgeteilt haben: „Ich weiß nicht, ob das ein Beitrag zur Integration sein sollte. Ich halte das für falsch.“ CDU-Innenexperte Marc Henrichmann sagte gegenüber der Zeitung: „Integrieren kann nur, wer eigene Werte nicht ausblendet, sondern sie überzeugt vertritt. Für mich ist die Zeit ausdrücklich nur deshalb ‚besinnlich‘, weil wir bald Weihnachten als christliches Fest feiern.“

    Die Bundestagsabgeordnete der Grünen Manuela Rothman warf der „Bild“ vor, dem Land in die Weihnachtskarten hineinzureden: „Peinlicher als peinlich.“

     

    ​Als Antwort auf den „Bild”-Artikel teilte Widmann-Mauz das Foto ihrer Grußkarte und wünschte dann doch noch allen in Deutschland: „Fröhliche Weinachten!“

     

    ​Die Kommentare auf diesen Post haben es in sich: Von Rücktrittsforderungen bis hin „Verleugnung der eigenen Kultur“, Enttäuschung und Beileidsbekundungen findet sich dort einiges an Shitstorm.

    Die Grünenabgeordnete Katja Dörner hat darauf nur eine Antwort: „Gelobt sei das Land, das keine anderen Probleme hat als Texte auf Weihnachtskarten!“

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    Tags:
    Toleranz, Integrationsbeauftragte, Weihnachten, Skandal, Twitter, Die Grünen, Bundeskanzleramt, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Annette Widmann-Mauz, Alice Weidel, Armin Laschet, Deutschland