01:54 26 April 2019
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    Das Verlagsgebäude des Spiegels in der HafenCity

    „Kein Kommentar“: Wie Sputnik Stellungnahme zum „Spiegel-Skandal“ verwehrt bleibt

    CC BY-SA 3.0 / DennisHH / Wikimedia Commons
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    Die „Fake-News“-Affäre des ehemaligen „Spiegel“-Reporters Claas Relotius schlägt weiter hohe Wellen. Die Medienrepublik diskutiert, das Netz debattiert, Medienwissenschaftler analysieren. Vielsagend ist auch, was Sputnik bei der Suche nach Kommentaren und Stellungnahmen erlebt. Ein Bericht.

    Eine Sputnik-Anfrage zum „Fake-News“-Skandal beim Magazin „Der Spiegel“ beim Deutschen Journalisten-Verband (DJV) wurde mit folgender Antwort verweigert: „Wir geben russischen Medien in Deutschland generell keine Stellungnahmen zu dem Fall.“ Weitere Auskünfte blieben aus. Trotz Nachhakens der Berliner und Moskauer Sputnik-Büros.

    Am Mittwoch machte das Hamburger Magazin „Der Spiegel“ in einem eigenen Beitrag öffentlich, dass der frühere „Spiegel“-Journalist Claas Relotius Geschichten erfunden, gefälscht und frisiert habe. Sputnik berichtete.

    Daraufhin stellte am Donnerstag ein Redakteur des Berliner Sputnik-Büros eine telefonische Anfrage an die Pressestelle des „Deutschen Journalisten-Verbandes“ (DJV) zu dem Fall.

    „Wir können Ihnen dazu keine Stellungnahme oder einen Kommentar geben“, sagte daraufhin eine Mitarbeiterin der DJV-Pressestelle gegenüber Sputnik.

    Kurze Zeit später rief eine Redakteurin des Sputnik-Büros in Moskau bei der Pressestelle an. Mit dem gleichen Ergebnis. Die DJV-Sprecherin wiederholte den Standpunkt.

    Die Pressestelle des DJV gebe zur „Fake-News“-Affäre des „Spiegel“ grundsätzlich „russischen Medien keine Stellungnahmen, keine Interviews. Den russischen Medien generell nicht.“ Es seien alle in Russland beheimateten Medien betroffen, die in Deutschland arbeiten.

    Dann gab die Sputnik-Kollegin aus Moskau zu verstehen, dass sie von einem Sprecher der DJV-Pressestelle in der Vergangenheit „Kommentare bekommen“ habe. Darauf erwiderte die DJV-Sprecherin, dazu könne sie „jetzt nichts weiter sagen“. Dies sei der Stand.

    Sputnik Deutschland äußerte Bedauern über den Vorfall. Für eine weitere Zusammenarbeit mit dem DJV zeigt sich die Redaktionsleitung aber weiterhin offen.

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    Tags:
    Affäre, Stellungnahme, Fake-News, Fake-Berichte, Sputnik, Der Spiegel, Spiegel Online, Deutscher Journalisten-Verband, Claas Relotius, Russland, Hamburg, Deutschland