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    Die „Uckerdrachen“ aus Brandenburg sorgen für Furore in der internationalen Sportwelt. „2016 werden wir mehrfacher Weltmeister in Australien, 2015 Vize-Europameister in Frankreich“, sagt Trainer Mike Förster im Sputnik-Interview – und spricht auch über den kürzlich gewonnen „Unternehmer-Preis 2018“ für seinen Drachenboot-Verein.

    „Wir haben den Preis unter anderem für unsere Erfolge der letzten Jahre erhalten“, sagte Coach Mike Förster gegenüber Sputnik. Er ist Trainer und Erster Vereinsvorsitzender des „Drachenbootvereins Prenzlau“, auch „Uckerdrachen“ genannt. Stolz zählte er die Trophäensammlung seines Vereins auf: „Meistertitel und Medaillen bei den Deutschen Meisterschaften und natürlich die WM-Titel 2016 in Australien.“ Der vielseitige Sportverein engagiere sich seit Jahren sozial und sportpolitisch in der Region. „Wir führen beispielsweise Drachenboot-Veranstaltungen in der Uckermark durch und organisieren sogar Radrenn-Wettbewerbe.“ Auch dafür habe der Klub besagten Preis erhalten.

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    Die „Uckerdrachen“ haben in der Kategorie „Vereine“ den „Unternehmer-Preis 2018“ gewonnen. Alljährlich vergibt das Magazin „Super Illu“ diesen Preis gemeinsam mit dem „Ostdeutschen Sparkassenverband“ für herausragende Leistungen in Ostdeutschland.

    Die Weltmeister vom Unteruckersee

    Die Geschichte des Brandenburger Vereins begann 2005 „mit der Gründung einer Drachenbootmannschaft für die Generation 40+“, heißt es auf der Homepage der Sportler. 2007 erfolgte dann die eigentliche Vereinsgründung. „Mit Beginn des Jahres 2009 fassten wir dann den Entschluss, uns nach einem neuen Vereinsgelände umzusehen. Unser neues Zuhause fanden wir auf dem Gelände des Seesportvereins Prenzlau.“

    Die 19.000 Einwohner zählende Kleinstadt Prenzlau im Nordosten von Brandenburg beheimatet den Verein. Der Ort liegt an den Uckermärkischen Seen, etwa 100 Kilometer nördlich von Berlin und 50 Kilometer westlich der polnischen Grenzstadt Stettin (Szczecin). In der Nähe von Prenzlau verlässt der Fluss Ucker den Unteruckersee und fließt nach Norden Richtung Ostsee. Das sind natürlich perfekte Bedingungen für den dortigen Wassersport.

    „Uckerdrachen“: Dreimal Weltmeister bei Klub-WM in Australien

    2016 verließen Trainer und ein hochmotiviertes Team, insgesamt 32 Sportlerinnen und Sportler, das Land Brandenburg. Sie flogen gemeinsam nach Australien zu den damaligen Klub-Weltmeisterschaften.

    „Der Weltmeister-Titel 2016 im Männer-Boot in Australien war ein Highlight, als wir bei der Klub-WM im Finale gegen das Team aus Hongkong gewinnen konnten“, verriet Trainer Förster im Interview. „Wir haben dann bei der Abschlussveranstaltung mitbekommen, welche Hochachtung das chinesische Team uns gezollt habe. Sie verrieten uns, sie hatten uns da schon über zwei, drei Tage beobachtet. Weil wir anders paddeln als die Chinesen. Wir sind als deutsches, als europäisches Team halt schwerer.“

    Die drei Klub-WM-Titel in Australien seien für den Verein ein gigantischer Erfolg gewesen, so der Coach und Vereinschef.

    Mike Förster
    © Foto : Drachenbootverein Prenzlau e. V.
    Mike Förster

    „Wir kamen wirklich mit 32 Weltmeistern zurück. Wir wurden hier in Prenzlau vom Bürgermeister und von Stadtbewohnern empfangen. Wir haben auch im Nachgang mitbekommen, dass die halbe Stadt mitgefiebert hatte – trotz der Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Australien. Die Prenzlauer haben uns schon die Daumen gedrückt. Auch im Rundfunk und Fernsehen wurde über uns berichtet.“

    Die Kommune Prenzlau unterstütze den Verein schon seit der Gründung sehr engagiert in finanzieller wie ideeller Hinsicht, bedankte sich zudem der Vereinsvorsitzende bei der Stadt.

    Weltmeister, Vize-Europameister und Deutscher Meister

    Die „Uckerdrachen“ haben sich mittlerweile zu einer etablierten nationalen wie internationalen Größe im Drachenbootsport entwickelt. Bei den Deutschen Meisterschaften 2014 in Schwerin konnte der Verein den „Deutschen Meistertitel“ in der Kategorie „Über 500 m Open (Kurzboot)“ gewinnen. Den 3. Platz gab es bei „Über 200 m Open (Kurzboot)“ und im „Mixed Boot“ qualifizierte sich der Brandenburger Verein für die Final-Endrunde. „Die Kurzboote, das sind 10-er Boote“, erklärte der Coach.

    „2015 waren wir Vize-Europameister in Frankreich“, so der „Uckerdrachen“-Coach und Schlagmann. „2016 in Australien wurden wir dreimal Weltmeister, holten einmal Silber, dreimal Bronze. Und natürlich: Seit 2015 gewinnen wir jedes Jahr so zwischen fünf und acht Medaillen bei Deutschen Meisterschaften.“ Das motiviere natürlich auch die Sportlerinnen und Sportler beim Training.

    „Ich als Schlagmann sitze vorne links im Boot und gebe den Ton – nicht nur beim Training – an“, so der Trainer. „Ich war bei allen Wettkämpfen bis zum heutigen Tage dabei. Es war spannend, es war aufregend.“ Trainiert werde übrigens auch im Winter, so Galionsfigur Förster. Zu dieser Jahreszeit dreimal die Woche.

    Nachwuchs und Training

    „Wenn der Uckersee zugefroren ist, dann paddelt man auf dem Schwedter Kanal“, schrieb die „Super Illu“ Ende November über die Preisverleihung an die Prenzlauer „Drachen“. „Tausende Zuschauer kommen zu den Wettkämpfen und feuern ihre ‚Uckerdrachen‘ an.“ Unter den rund 70 Vereinsmitgliedern seien auch viele Sportlerinnen. „Steuerfrau Birgit Biadacz etwa war mit dabei, als es 2016 zu den Klub-Weltmeisterschaften nach Australien ging. Dieser Trip ans andere Ende der Welt wurde zur absoluten Erfolgsstory für den Verein.“

    Daher seien die Menschen in der Uckermark und „die Fans“ auch „sehr stolz auf unsere Uckerdrachen“, betonte Trainer und Vorsitzender Förster im Interview. „Natürlich können sich alle sportbegeisterten jungen Leute aus der Region bei uns melden.“ Auch ältere Jahrgänge, die sich im Paddeln und Schlagen ausprobieren wollen, seien herzlich willkommen. Eines dürfe nicht vergessen werden: „Man braucht immer mindestens zehn Leute für ein kleines Boot oder 20 Leute für ein großes Boot. Das ist schon gar nicht so einfach, da Leute zu finden.“ Der „Drachenbootverein Prenzlau“ unterstütze auch Jugend-Teams in der Region.

    Das komplette Radio-Interview mit Mike Förster („Uckerdrachen“) zum Nachhören:

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