09:39 25 Oktober 2020
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    Gegen den ehemaligen „Spiegel“-Redakteur Claas Relotius gibt es neue Vorwürfe: Er hat offenbar Leser zu Spenden für seine Protagonisten aufgerufen. Das Geld soll auf seinem Privatkonto gelandet sein.

    Im Fall seines Ex-Redakteurs agiert der „Spiegel“ offensiv und versucht somit, den angerichteten Schaden zu begrenzen. Auch die neuen Vorwürfe gegen Relotius veröffentlichte das Magazin von sich aus.

    Demnach soll der 33-Jährige nicht nur Teile seiner Geschichten frei erfunden, sondern möglicherweise auch Spendengelder veruntreut haben. Der „Spiegel“ berichtet, Leser hätten sich gemeldet, sie hätten von Relotius' privatem E-Mail-Account einen Spendenaufruf erhalten, um „Waisenkindern in der Türkei zu helfen“. Das Geld sollten die Leser dann auf sein Privatkonto überweisen.

    Ein Fall für den Staatsanwalt

    Der „Spiegel“ weiß noch nicht, wie viele Leser gespendet haben, wie viel Geld zusammen gekommen und was damit passiert sein könnte. Das Magazin kündigte an, alle Informationen dazu im Rahmen einer Strafanzeige der Staatsanwaltschaft zur Verfügung zu stellen.

    Relotius' Spendenaufruf stand den Angaben zufolge mit der Geschichte „Königskinder“ in Zusammenhang, die in der Ausgabe 28/2016 (9. Juli) erschienen war. Sie handelte von syrischen Geschwistern, die als Waisenkinder in der Türkei auf der Straße lebten. Auch bei dieser Geschichte zweifelt die Redaktion inzwischen an der Richtigkeit der Fakten.

    >> Weitere Sputnik-Artikel: Schweizer AfD-Spenden: Weidel nutzte Geld für Facebook-Likes und Medienanwalt

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    Tags:
    Spende, Redakteur, Staatsanwaltschaft, Türkei, Deutschland