13:41 22 Januar 2019
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    Österreichische Polizei  (Symbolbild)

    Wiener Kirchenkrimi: Täter weiter auf der Flucht, Polizei bittet um Hinweise

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    Zum Überfall auf die Klosterkirche Maria Immaculata in Wien-Floridsdorf vom vergangenen Donnerstag, bei dem sechs Ordensbrüder brutal überfallen wurden und ein zweistündiges Martyrium ertragen mussten (Sputnik berichtete), sind neue Fakten, darunter auch eine Täterbeschreibung, offengelegt worden. Dies melden österreichische Medien.

    Nach wie vor tappen die Ermittler im Dunklen. Bisher gibt es keinen einzigen Hinweis auf den oder die Täter. Es kann nicht einmal eingegrenzt werden, ob es ein persönlicher Racheakt oder klassischer Raub war.

    Tathergang

    Bisher konnte nicht geklärt werden, ob an dem Vorfall ein oder zwei Täter beteiligt waren.

    Laut der Polizei soll der Safe des Pfarrhauses geöffnet und daraus eine Pistole vom Kaliber 9 Millimeter gestohlen worden sein. Die Schreckfeuerwaffe soll eines der Opfer rechtmäßig besessen haben.

    Ein mit einem aufgeklebten Bart getarnter Mann bedrohte laut den Angaben einen 68-jährigen Schulbruder im Kirchenschiff von Maria Immaculata mit der entwendeten Waffe. Später griff er nach einem Werkzeug – möglicherweise war es eine Zange – und übte damit heftige Schläge gegen den Mönch aus, der infolge, schwer am Kopf verletzt, zusammenbrach und in seiner eigenen Blutlache liegen blieb.

    Fünf weitere Brüder, die die Kirche betraten, wurden ebenfalls angegriffen und erlitten zum Teil schwere Verletzungen.  Sie wurden gefesselt sowie geknebelt und mussten eine zweistündige Folter über sich ergehen lassen. Auch wurde ihnen Bargeld aus den Geldbeuteln entwendet. Ein weiterer Geistlicher wurde in Büroräumlichkeiten gefesselt. Erst Bruder Oswald, der sich selbst befreite und die Polizei rief, konnte dem Schrecken ein Ende setzen. Fünf der Opfer wurden im Laufe des Vorfalls teils schwer verletzt.

    Täter

    Der (oder die) Täter soll(en) mit einem Pkw die Flucht ergriffen haben. 120 Einsatzkräfte, darunter die WEGA, sind in die Fahndung involviert. Erfolge gibt es bislang keine. Bekannt ist, dass ein Angreifer zirka 35 Jahre alt, 1,85 Meter groß, dunkelhaarig und  stämmiger, kräftiger Statur ist. In seiner Sprache sei ein österreichischer Akzent zu vernehmen gewesen. Er hat eine schwarze Hose, dunkelbraune Jacke sowie hellbraune Schuhe getragen, so die Polizei. Beim Motiv wird in Richtung Raub spekuliert, aber auch andere Gewaltdelikte kommen in Frage. Möglich ist laut aktuellem Informationsstand auch, dass ein Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal innerhalb der katholischen Kirche besteht.

    Bitte um Hinweise

    Das Landeskriminalamt Wien bittet die Bevölkerung um Hinweise. Insbesondere Informationen über das verdächtige Fahrzeug und Personen mit einer oder zwei Taschen in der Hand wären relevant. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 01-31310-33800 zu melden (auch vertraulich).

    Aufgrund des Vorkommnisses bleibt die Kirche in der Anton-Böck-Gasse bis 6. Januar geschlossen.

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    Tags:
    Raub, Angriff, Kirche, Österreich, Wien