10:08 23 April 2019
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    Mordskrach und Lichtblitze: So hat Ihr Tier in der Silvesternacht weniger Angst

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    Gespannt wird mit Böllern, Raketen und Co auf den Jahreswechsel gewartet. Des einen Glück ist des anderen Leid: Denn für Tiere ist die Silvesternacht schlichtweg der blanke Horror. Die „Krone“ hat zehn Tipps veröffentlicht, mit Hilfe derer Sie Ihren Vierbeinern einen stressfreieren Rutsch ins neue Jahr ermöglichen können.

    Es ist eine bewiesene Tatsache: An keinem anderen Tag im Jahr laufen so zahlreiche Katzen und Hunde weg wie an Silvester. Hinzu kommt, dass der Radau nicht nach ein paar Stunden überstanden ist, sondern sich in der Regel über mehrere Tage hinzieht.

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    Die österreichische „Kronen Zeitung“ hat gemeinsam mit Tierärztin Nadja Affenzeller für diesen Fall Ratschläge für Tierbesitzer veröffentlicht.

    1. An den Tagen rund um Silvester müssen Hunde immer gut angeleint sein. Auch wenn Sie ein sehr folgsames Exemplar besitzen! Denn in Panik kann auch der besterzogenste Hund weglaufen.
    2. Am besten vor Anbruch der Dunkelheit die letzte Gassirunde drehen. Denn so lange es hell ist wird weniger geschossen.
    3. Gehen Sie nie mit ihrem Vierbeiner zu Silvesterpfaden! Er könnte ein Knalltrauma erleiden oder sich mit Scherben die Pfoten verletzen.
    4. Dunkeln Sie die Fenster in der Wohnung mit Jalousien und Vorhängen ab. Ein laufender Radio oder Fernseher können sehr hilfreich sein, da sie den Lärm von draußen übertünchen.
    5. Lenken Sie den Hund mit Spielzeug oder einem Kauknochen ab.
    6. Kynologen raten meist, ängstliche Hunde nicht zu trösten, da sich dadurch das Verhalten nur verstärkt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Emotionen des Hundes ignoriert werden sollen. Schenken Sie Ihrem Tier Aufmerksamkeit, aber bemitleiden Sie es nicht!
    7. Seien Sie die Ruhe in Person! Denn Angst ist übertragbar. Sie kann von Tieren abgeschaut werden oder durch Gruppendynamik ausgelöst und verstärkt werden.
    8. Machen Sie das Beste aus der Situation: Geben Sie Ihrem Vierbeiner nach jedem Kracher ein Leckerli.
    9. Nehmen Sie NIE Hunde zu einem Feuerwerk mit! Ein lautes Krachen allein kann schwere gesundheitliche Probleme verursachen.
    10. Bitten Sie Freunde und Nachbarn, möglichst auf Pyrotechnik zu verzichten.
    Hund auf Bett
    Hund auf Bett

    Phobien vermeiden

    Bemühen Sie sich, Ängste beim Tier zu verhindern. Denn: Was anfangs nur ein kurzer Schreckmoment war, kann mit einer Phobie enden.

    Je nach Charakter des Vierbeiners kann aus Furcht aufgrund eines Böllerschusses als Reaktion Angst entstehen.

    Der Unterschied zu Furcht liegt bei Angst darin, dass vom Tier bereits erwartet wird, dass etwas passieren kann und es daher angespannt agiert. Dies kann so weit gehen, dass das Tier wochenlang sein Futter und Spielen verweigert. Wenn eine echte Phobie zum Ausbruch kommt, muss sie langwierig behandelt werden.

    Tipp: Furchtsituationen bei Hunden immer mit etwas Positivem verbinden – wie beispielsweise Lob, Spiel oder Leckerlis.

    Wieso viele Tiere Geräuschangst haben

    Wie das Blatt weiter schreibt, haben laut Untersuchungen aus Großbritannien 25-50 Prozent aller Hunde und 45 Prozent der Katzen Angst vor Geräuschen. Besonders belastend für die Tiere sind vor allem folgende Lärmquellen – hier ein Ranking:

    1. Feuerwerk und Böller
    2. Gewitter
    3. Schüsse

    Tiere weisen mit dem Menschen verglichen ein viel umfassenderes Tonalitätsspektrum auf. Während die Schmerzgrenze bei uns bei 120 Dezibel liegt, ist sie bei Hunden bereits bei 95 Dezibel erreicht. Feuerwerke können bis zu 150 Dezibel erreichen. Tiere geben nicht unbedingt immer mit körperlichen Signalen zu verstehen, dass der Lärmpegel zu groß ist. Es ist daher die Aufgabe des Menschen, sie zu schützen.

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    Angst erkennt man laut der Fachtierärztin Nadja Affenzeller daran, dass die Tiere hecheln, zittern, sich verstecken, klein machen, ducken, kauern, speicheln und umherwandern.

    Weitere Merkmale sind, dass der Hund immer wieder zum Halter kommt, zu graben beginnt, aggressives Verhalten an den Tag legt, erstarrt, bellt oder erbricht.

    Sollte die Angst sehr groß sein, ist das Verabreichen von Medikamenten ratsam. Beispielsweise kann auf das die Adrenalinausschüttung reduzierende Präparat „Sileo“ zurückgegriffen werden. Empfehlenswert sind auch Pheromone enthaltende Duftstecker. Am besten diesbezüglich beim Tierarzt oder Verhaltensmediziner beraten lassen.

    Tags:
    Lärmbelästigung, Angst, Neujahr, Silvester, Feuerwerk