12:54 19 April 2019
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    Das historische Hotel Metropol in Moskau

    Mutmaßlicher US-Spion in Moskau war auf Jagd nach Geheimdienstler-Namen - Medien

    © AP Photo / Alexander Zemlianichenko
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    Der der Spionage verdächtige US-Amerikaner Paul Nicolas Whelan ist auf frischer Tat ertappt worden, als er von einem russischen Bürger einen Datenträger mit Angaben bekommen hatte, die ein Staatsgeheimnis darstellen. Dies meldet die Nachrichtenagentur „Rosbalt“.

    Die Übergabe des Datenträgers erfolgte demnach in einem Hotelzimmer, welches Whelan im Moskauer Hotel „Metropol“ gebucht hatte. Der Träger enthielt eine Liste von Namen, die keiner Offenbarung unterlag und in die unter anderem Mitarbeiter der Geheimdienste eingetragen waren. Wenige Minuten nach der Übergabe seien Vertreter des FSB (russischer Inlandsgeheimdienst) in das Zimmer von Whelan gekommen, die die ihm übergebene Flash Card mit der Liste beschlagnahmt und den Amerikaner festgenommen hätten.

    Es wird betont, dass Whelan vor etwa zehn Jahren begonnen habe, sich bei den von russischen Bürgern besuchten Internet-Ressourcen zu registrieren. Wie die russischen Geheimdienste vermuten, seien einige Netz-Bekannte des Amerikaners in Russland ausgesondert und von den US-Geheimdiensten zur Ausarbeitung gewählt worden — als Personen, die Zugang zu Informationen hätten, die keiner Offenbarung unterliegen.

    Bis vor kurzem war Whelan, der die russische Sprache beherrscht, Mitarbeiter des US-amerikanischen Unternehmens BorgWarner Incorporated gewesen, das Niederlassungen in 17 Ländern der Welt habe. Bis zur Einstellung bei dieser Firma habe er bei der US-Marineinfanterie gedient und auch im Irak gekämpft.

    Der Rechtsanwalt von Whelan, Wladimir Scherebenkow, weigerte sich, aufgrund der von ihm unterschriebenen Vertraulichkeitserklärung hinsichtlich des Falls Kommentare abzugeben. Scherebenkow teilte nur mit, dass er im Moskauer Stadtgericht (Mosgorsud) die Prohibitivmaßnahme – Inhaftnahme — für seinen Mandanten anzufechten und eine andere Vorbeugungsmaßnahme zu beantragen beabsichtige, die nicht mit Haft verbunden sei.

    Paul Nicolas Whelan sei bei einer Spionageaktion festgenommen worden. Gegen ihn sei ein Strafverfahren nach Artikel 276 (Spionage) des Strafgesetzbuches Russlands eingeleitet worden. Dem Amerikaner drohe eine Haftstrafe bis zu zwanzig Jahren.

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    Tags:
    auf der Jagd, Namen, Geheimdienstler, Moskauer Stadtgericht (Mosgorsud), US-Marineinfanterie, BorgWarner Incorporated, Internet-Ressourcen, FSB, Rosbalt, Paul Nicolas Whelan, USA, Russland