21:13 26 März 2019
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    Ukrainische Soldaten

    Ukrainische Militärs sollen Fußballspieler von der Krim entführt haben

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    Mitarbeiter des Militärkommissariats der ukrainischen Stadt Cherson haben laut dem Kiewer Ombudsmann für die Krim, Ismail Chalikow, einen von der Halbinsel gekommenen Fußballspieler entführt und versucht, ihn in die ukrainische Armee einzuziehen.

    Wie Chalikow gegenüber dem Radiosender „Kuresch“ sagte, sei der junge Mann nach Cherson gekommen, um in einem örtlichen Fußballklub Arbeit zu finden. Daraufhin sei der Sportler von Unbekannten aufgehalten worden.

    „Der Junge ist um 08.00 Uhr Ortszeit in einen Laden in Cherson gegangen. Zu ihm sind zwei Männer gekommen und haben danach gefragt, wie alt er sei, woher er gekommen sei und ob er in der Armee gedient habe. Der Mann antwortete, er sei 20 Jahre alt, er habe nicht beim Militär gedient und sei von der Krim gekommen. Sie haben ihn am Arm gepackt, in ein Auto gesetzt und dort eingesperrt“, so Chalikow.          

    Über das Geschehen soll die Mutter des entführten jungen Mannes informiert haben, der sie anrufen konnte.

    Wie Chalikow weiter sagte, hätten sich die Entführer als Mitarbeiter des Militärkommissariats von Cherson entpuppt. Sie hätten den Mann ins Gebäude des Militärkommissariats gebracht und zu einer ärztlichen Untersuchung geschickt.   

    Das Vorgehen der Militärs sei dokumentiert worden. Eine entsprechende Klage sei der Militärstaatsanwaltschaft vorgelegt worden. 

    Die ukrainische Seehafenstadt Cherson liegt am Anfang des Mündungsdeltas des Dnepr, etwa 30 Kilometer vom Schwarzen Meer entfernt. 60 Kilometer nordwestlich der Stadt liegt die Hafenstadt Mykolajiw, knapp 100 Kilometer südöstlich beginnt die Krim.

    Im März 2014 war die Krim wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Schwarzmeerhalbinsel in einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Der Anlass für das Referendum war der Februar-Umsturz in der Ukraine, den die meisten Krim-Bewohner nicht anerkannten. Die Regierung in Kiew und auch die westlichen Staaten betrachten die Krim weiter als ukrainisches Gebiet.

    Die russische Regierung verweist ihrerseits darauf, dass die Krim-Bewohner über den Beitritt zu Russland auf demokratischem Wege und in voller Übereinstimmung mit dem internationalen Recht und der UN-Satzung entschieden hätten.

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