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    Frank Magnitz (Archivfoto)

    „Fall Magnitz“: AfD-Mann wollte mit Foto „mediale Betroffenheit“ erzeugen

    © AP Photo / Jens Meyer
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    Der Bremer AfD-Vorsitzende Frank Magnitz veröffentlichte kurz nach dem Angriff auf ihn ein Foto von sich mit klaffender Stirnwunde. In einem parteiinternen Schreiben, das der Zeitung „TAZ“ vorliegt, sagt der 66-Jährige, er habe mit der Veröffentlichung „mediale Betroffenheit“ auslösen wollen.

    „Mir war klar, dass eine entsprechende Aufmerksamkeit damit erzielt werden würde“, erklärt Magnitz in dem Schreiben, welches der Zeitung vorliegt. Weiter schreibt er: „Wir haben die gesamte Nation aufgerüttelt und einen Diskussionsprozess in Gang gesetzt, was uns sonst nie gelungen wäre!“

    Das Foto habe ein Krankenpfleger gemacht, Magnitz selbst habe ihn darum gebeten, um sich ein Bild von der Schwere seiner Verletzungen machen zu können. Auf dem Foto ist der Kopf des AfD-Politikers mit viel Blut und einer klaffenden Stirnwunde zu sehen.

    ​Magnitz gab gegenüber der „TAZ“ zu, Verfasser des Schreibens zu sein. Das Foto habe eine entscheidende Rolle gespielt. „Zum einen werden unsere Pressemitteilungen zu nahezu 100 Prozent nicht veröffentlicht. Ein solches Foto anzuhängen, ist jedoch ungewöhnlich, und mir war klar, dass eine entsprechende Aufmerksamkeit damit erzielt werden würde.“ Nur so sei „eine mediale Betroffenheit zu erzeugen“ gewesen.

    „Kantholz“-Formulierung und Spekulation über Täter

    In der Pressemitteilung hatte Magnitz behauptet, mit einem Kantholz angegriffen worden zu sein. Ein Überwachungsvideo widerlegte das. Dazu heißt es in Magnitz´ Schreiben: „Aus reiner, professioneller Vorsicht hätte man wahrscheinlich ein ‚mutmaßlich‘ vor das ‚Kantholz‘ setzen müssen.“

    Auch mutmaßte der AfD-Politiker erneut, wen er hinter dem Anschlag vermutet. Er nannte laut „TAZ“ Teilnehmer einer Demonstration in Bremen, die an den Tod eines Mannes aus Sierra Leone in Polizeigewahrsam im Jahr 2005 erinnerten. Einer der Demonstranten habe ihn erkannt. Auch die Initiative „AfD Watch“ komme für den 66-Jährigen für den Anschlag infrage. Beide Organisationen wiesen den Vorwurf zurück. Ein Sprecher von AfD Watch Bremen sagte demnach: „Es ist der elende Versuch der AfD, ein Narrativ jenseits jeglicher Fakten aufrechterhalten zu wollen.“

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    Der Bundestagsabgeordnete war vor zehn Tagen in Bremen überfallen worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Am vergangenen Freitag wurde ein Video aus Überwachungskameras veröffentlicht. Es zeigt, wie drei Männer Magnitz verfolgen. Einer von ihnen springt Magnitz von hinten an und rammt ihn mit Wucht zu Boden. Der Politiker stürzt und schlägt mit dem Kopf auf. Er verbrachte zwei Tage im Krankenhaus.

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    Tags:
    Politiker, Attacke, Anschlag, Foto, taz, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Frank Magnitz, Bremen, Deutschland