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    Mehr als 2,5 Milliarden Dollar: Naftogaz verkündet Sperrung von Gazprom-Aktiva

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    Naftogaz hat laut dem Chef des ukrainischen Gasversorgers, Andrej Kobolew, die Sperrung der Auslandsaktiva des russischen Gaskonzerns Gazprom für eine Summe erlangt, die die ihm von der Stockholmer Arbitrage zugesprochenen 2,56 Milliarden Dollar übersteigt.

    „Wir haben bereits begonnen, diese (Mittel – Anm. d. Red.) zu bekommen: Wir buchen die Überschussmittel ab, die uns Gazprom für den Transit überführt hatte. Zum zweiten haben wir rechtliche Prozesse bereits in etwa sechs Zuständigkeitsbereichen initiiert. In drei von ihnen – in Holland, der Schweiz und Großbritannien – werden wir Anhörungen zum Zwangsverkauf abhalten. Dort sind die Aktiva bereits gesperrt worden“,  führt die Agentur Unian die Äußerungen von Kobolew aus seinem Interview mit der Zeitschrift „Nowoje wremja strany“ (zu dt.: Neue Zeit des Landes) an.

    Er betonte, dass er diesen Prozess „sehr optimistisch“ betrachte.

    „Gazprom besitzt im Ausland Vermögen für Dutzende Milliarden Dollar. Wir hatten es bereits für eine Summe gesperrt, die den Umfang der Schuld von Gazprom uns gegenüber übersteigt. Ich denke, dies kann während eines Jahres real erfüllt werden“, ergänzte der Naftogaz-Chef.

    Gasstreit

    Im Dezember 2017 und im Februar 2018 hatte die Stockholmer Arbitrage eine Entscheidung im Gas-Streit zwischen Gazprom und Naftogaz hinsichtlich der Verträge für die Lieferung und den Transit getroffen und das russische Unternehmen letztendlich dazu verpflichtet, an das ukrainische 2,56 Milliarden Dollar auszuzahlen.

    Gazprom hatte die Entscheidung angefochten, die Ukraine startete jedoch Versuche, diese Mittel zwangsmäßig einzuziehen.

    Im September hatte das Berufungsgericht Schwedens seine Verordnung rückgängig gemacht, die die Versuche von Naftogaz blockierte, die Aktiva des russischen Partners zu sperren.

    Gazprom beabsichtigt, eine Revision dieser Entscheidung zu erzielen und die Sicherungsmaßnahmen zu den Forderungen von Naftogaz in der Schweiz, in Großbritannien und den Niederlanden anzufechten.

    Darüber hinaus initiierte Naftogaz im Jahr 2018 eine neue Gerichtsverhandlung, in deren Rahmen das Unternehmen von Gazprom die Revision der Tarife für den Gastransit in den Jahren 2018-2019 und eine zusätzliche Entschädigung für „Zahlungsrückstände“ in Höhe von etwa 11,6 Milliarden Dollar verlangt.

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    Tags:
    Berufungsgericht, Überschussmittel, Sperrung, Aktiva, UNIAN, Naftogaz, Gazprom, Andrej Kobolew, Holland, Schweiz, Schweden, Großbritannien, Russland, Ukraine