Widgets Magazine
14:48 17 August 2019
SNA Radio
    Weltraummüll (Symbolbild)

    Forscher alarmieren: So schnell nimmt Weltraumschrott-Menge zu

    CC0
    Panorama
    Zum Kurzlink
    1512

    Die USA, Russland und China sind die größten Müllsünder des erdnahen Raumes. Zu dieser Feststellung sind Mitarbeiter der Moskauer staatlichen technischen Bauman-Universität gelangt, was ihren Thesen für einen Artikel zu entnehmen ist, den sie zu wissenschaftlichen Lesungen verfasst haben.

    „Die Müllmasse im Erdorbit (zum Jahr 2017 betrug sie etwa 7.200 Tonnen) nimmt weiter zu – in den letzten drei Jahren ist sie pro Jahr um etwa 100 Tonnen oder um etwa zwei Prozent gewachsen“, schreiben die Forscher. 

    Nach der Menge des Weltraummülls seien die USA führend, gefolgt von Russland und China. Auf diese Länder entfallen den Wissenschaftlern zufolge etwa 93 Prozent des gesamten Weltraummülls. Und dies bei einem jährlichen Zuwachs um vier Prozent, heißt es in den Thesen zum erwähnten Artikel.

    Der meiste Weltraummüll entstehe demnach wegen der Zerstörung und der Kollision von Weltraumapparaten. Den Orbit verschmutzen zudem ausgebrannte Booster und Triebwerksblöcke von Trägerraketen, ausrangierte Satelliten sowie Fragmente, die sich bei Weltraumstarts abgetrennt hatten.

    „Nach Angaben für das Jahr 2017 befinden sich etwa 18.000 Objekte mit einer Größe von mehr als zehn Zentimetern im Orbit, darunter 1200 Raumfahrzeuge, 750.000 „fliegende Geschosse“ (wobei jedes solche „Geschoss“ etwa einen Zentimeter misst) und etwa 150 Millionen winziger Fragmente mit weniger als einem Millimeter im Durchmesser“, heißt es in dem Dokument.

    Die Wissenschaftler erinnern daran, dass ein solcher Weltraumschrott ewig im geostationären Orbit kreisen könne, wogegen er in der erdnahen Umlaufbahn früher oder später abgebremst werde, auf die Erde zurückfalle und in der Atmosphäre verglühe.

    >>>Mehr Artikel: Was ISS-Kosmonauten am meisten fürchten<<<

    „In letzter Zeit machen sich immer mehr Wissenschaftler Sorgen wegen des so genannten Kessler-Syndroms (so benannt nach dem NASA-Wissenschaftler Donald J. Kessler, der es 1978 erstmals beschrieben hatte – Anm. d. Red.)“, wird von den Mitarbeitern der Moskauer Bauman-Universität in ihren Thesen betont. Das sei eine hypothetische Entwicklung des Geschehens im Orbit, wo der Weltraummüll, entstanden im Ergebnis zahlloser Starts von Raumfahrzeugen, den erdnahen Raum für die praktische Nutzung letztendlich ungeeignet machen könne.

    In ihrem Artikel betrachten die Wissenschaftler auch Methoden zur Schrottbeseitigung im Orbit und schätzen deren Effektivität ein.

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Weltall, Müll, Alarm, Gefahr, Weltraumschrott, China, USA, Russland