18:28 22 November 2019
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    Superschwere Trägerrakete Angara-A5 (Archiv)

    Hersteller dementiert Defekt in „Angara“-Triebwerken

    © Sputnik / Pressedienst des Verteidigungsministeriums Russlands
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    Die Wissenschafts- und Produktionsvereinigung (NPO) „Energomasch“ hat die Medienberichte über einen Defekt in den Triebwerken der Rakete „Angara“ RD-191 dementiert.

    „Die in den Medien erschienenen Mitteilungen über einen Defekt in den Triebwerken des Raketenträgers „Angara“ enthalten eine unglaubwürdige Information, die aus dem Kontext herausgerissen ist“, heißt es in der Mitteilung des Betriebs.

    Zuvor hatten die Medien unter Verweis auf einen Bericht von Fachleuten der NPO mitgeteilt, dass in den Triebwerken von „Angara“ RD-191 ein Konstruktionsdefekt vorhanden sei, der die Rakete bei ihrem Start zerstören könne. Der Defekt sei mit der Lage der ersten und zweiten Stufe des Triebwerkes verbunden, weswegen das Triebwerk des Zentralblocks bei der Senkung des Drucks (Drosselung) und bei 30 Prozent des Nominalwertes der Treibkraft lang anhaltend arbeiten müsse.

    Infolgedessen beginnen in den Triebwerken von „Angara“ bei einer Treibkraft unter 38 Prozent Niedrig-Frequenz-Schwankungen, die „zur Entstehung einer Resonanz und zur Zerstörung der Konstruktion des Raketenträgers führen können“, zitieren Medien Auszüge aus dem Bericht. Die speziell dazu vorgesehene Klappe könne nicht immer helfen, diese Besonderheit zu beseitigen.

    In der offiziellen Mitteilung der NPO heißt es, dass das Triebwerk des Zentralblocks der schweren Raketen „Angara-A5“ bis zu 30 Prozent vom Nennwertregime gedrosselt werden müsse. Gewöhnlich beträgt der Regelungsbereich von 50 bis 100 Prozent. „Energomasch“ war mit einer instabilen Arbeit des Triebwerkes bei tiefer Drosselung konfrontiert. Allerding sei auch dieses Problem schließlich beseitigt worden.

    „Angara“ ist eine Familie von ökologisch reinen Raketenträgern diverser Klassen: von leichten bis zu Raketen mit erhöhter Lasthebekraft. In Perspektive soll „Angara“, deren Serienproduktion für das Jahr 2021 geplant ist, die Raketen „Proton“ ersetzen. Bislang war nur ein Start der schweren Raketen „Angara-A5“ im Jahr 2014 verwirklicht worden. Ein turnusmäßiger Start, der ursprünglich im Jahr 2016 erfolgen sollte, sei für das Ende 2019 geplant.

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    Tags:
    Konstruktionsdefekt, Raketenträger, Drosselung, Triebwerk, Energomasch, Russland