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    Bundestagsgezwitscher

    Prüffall, Brexit und andere aufregende Neuigkeiten – Bundestagsgezwitscher der Woche

    © Sputnik / Ewgenija Tschessnokowa/ Illustration
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    Ilona Pfeffer
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    Das Leben eines Bundestagsabgeordneten ist spannend – auch auf Twitter. Gibt es doch jede Woche etwas, worüber man sich publikumswirksam freuen oder aufregen kann. Welche Themen in dieser Woche besonders aufmerksam von unseren Parlamentariern verfolgt wurden, lesen sie im Twitter-Gewitter der Woche.

    Zum Wochenauftakt sorgt eine Aktion der Identitären Bewegung für Aufregung: Aktivisten bekleben mit Plakaten „gegen linke Gewalt“ das Redaktionsgebäude der „taz“, die SPD-Parteizentrale und das ARD-Hauptstadtstudio und greifen laut Berliner Polizei eine „taz“-Mitarbeiterin an. Das ist nicht weniger als ein Angriff auf Pressefreiheit und Demokratie, findet Linken-Abgeordnete Tabea Rößner:

    ​Dem pflichtet auch FDP-Mann Marco Buschmann bei.

    ​Würde ein Angriff auf ein AfD-Buero wohl genauso besprochen werden, fragt sich AfD-Abgeordneter Stephan Brandner.

    ​“Nazis raus!” kontert Niema Movassat (Linke).

    ​Und was sagt man so bei der SPD? Immerhin war es ja ihre Zentrale, die angegriffen worden ist.

    ​Na dann…

    Am Dienstag steht die AfD im Zentrum des öffentlichen Interesses, den das Bundesamt für Verfassungsschutz hat die Partei zum sogenannten “Prüffall” erklärt. Längst überfällig, findet Benjamin Strasser (FDP).

    ​Alleine dafür habe sich der Rausschmiss von Hans-Georg Maaßen schon gelohnt, sagt Danyal Bayaz von den Grünen.

    ​Victor Perli (Linke) verbucht die Meldung unter “erfreuliche Nachrichten”.

    ​Und AfD-Mann Stephan Brandner (ja, er ist eben sehr aktiv auf Twitter) ringt die Nachricht ein verrücktes Smiley ab.

    ​Zum Bergfest richten sich die Blicke unserer Abgeordneten nach Großbritannien, wo Premierministerin Theresa May vom eigenen Parlament eine gewaltige Klatsche erhält. Wenn die Briten den Brexit-Deal nicht wollen, was wollen sie dann? Das weiß selbst unser Außenminister nicht.

    ​Es ist wichtig, den harten Brexit zu vermeiden, findet AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel.

    ​Als Lehrstück, wie man ein Land demokratisch in die Irre führen kann, bezeichnet Gregor Gysi, seines Zeichens Vorsitzender der Europäischen Linken, den problembehafteten Austritt Großbritanniens aus der EU.

    ​Derweil hält der Europa-Ausschuss im Bundestag eine Brexit-Gruppentherapiestunde ab.

    ​Einen Grund zum fraktionsübergreifenden Feiern finden unsere Parlamentarier am Donnerstag, den an diesem Tag jährt sich die Einführung des Frauenwahlrechts zum 100. Mal. Die SPD-Frauen tragen weiße Blusen, wie einst die ersten Frauen in der Nationalversammlung 1919.

    ​Bei den Linken hingegen hebt man die Bedeutung von Clara Zetkin hervor:

    ​Und CDU-Abgeordnete Katja Leikert findet: Es gibt noch viel zu tun!

    ​Gregor Gysi, der hat schon vorher gefeiert, und zwar seinen Geburtstag. Was dürfen wir uns eigentlich unter „altersgerecht“ bei einem 71-jährigen vorstellen?

    ​Und auch am Freitag wird gefeiert, zumindest bei CDU und Grünen. Volker Bouffier ist wieder Ministerpräsident in Hessen und die Grünen dürfen mitregieren. Da wird man sich ja wohl mal selbst beglückwünschen dürfen, oder?

    SPD-Abgeordnete Ulli Nissen mag in den Lobgesang jedoch nicht so richtig einstimmen:

    ​Nach dieser ereignisreichen Woche freuen sich sicher viele Parlamentarier auf das Wochenende. Dem haben auch wir nichts entgegenzusetzen und wünschen uns allen ein schönes und erholsames Wochenende!

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    MdB, Bundestagsabgeordnete, Tweets, Twitter, PdL, Die Grünen, CDU, CSU, Linkspartei, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, SPD, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Bundestag, Die LINKE-Partei, Deutschland