10:36 23 April 2019
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    Kamera (Symbolbild)

    Big Brother: Überwachungskamera in Airbnb-Wohnung sorgt für Empörung

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    Obwohl in der Beschreibung keine Rede davon war, entdeckte der Familienvater Jeffrey Bigham in der angemieteten Airbnb-Wohnung eine Überwachungskamera. Er schaltete diese aus und wurde prompt vom Eigentümer gefragt, was er „zu verbergen“ habe. Airbnb sah seinen Fehler erst nach einem Sturm der Entrüstung ein.

    Eigentlich wollte Jeffrey Bigham mit seiner Familie einfach nur Neujahr in Seattle verbringen. Er entschied sich gegen ein Hotelzimmer und suchte ganz im Geiste der Zeit nach einem Appartement über die Plattform Airbnb. In der Regel bietet die Plattform gute Wohnungen zu vernünftigen Preisen an, wenn man einmal von einem Zimmer in einem Hamburger Bordell absieht.

    Doch in der angemieteten Wohnung machte der Informatiker Bigham eine sehr sonderbare Entdeckung: Im Wohnzimmer war eine Überwachungskamera angebracht, und zwar so, dass diese sogar ins Bad hineinfilmen konnte. Das missfiel dem Vater eines 2-jährigen Sohnes und so deaktivierte er die Kamera und reichte eine Beschwerde bei Airbnb ein. Schließlich war er im Beschreibungstext der Wohnung über eine solche Vorrichtung nicht informiert worden.

    Dann kam die nächste Überraschung: Airbnb verwies auf ein Bild in der Beschreibung, auf dem in der Ecke die Kamera zu sehen ist. Aus Sicht der Plattform sei das eine ausreichende Offenlegung gewesen. Dieses Foto hat Bigham auf Twitter geteilt:

    ​Damit nicht genug – es traf auch sofort eine Nachricht des Besitzers der Wohnung ein, der sich beschwerte, dass Bigham die Kamera ausgestellt hatte, und fragte, was dieser an Neujahr „zu verbergen“ hatte. Der Vermieter gab Bigham eine schlechte Bewertung und soll jemanden beauftragt haben, zu prüfen, was die Familie in der Wohnung tut.

    Schließlich verfasste der Mieter Bigham einen Eintrag in einem Blog über diese Erfahrung, der viral wurde. Zahlreiche weitere Airbnb-Kunden stießen mit ähnlichen Erfahrungen hinzu. Da meldete sich der US-Konzern wieder bei Bigham, erstattete ihm die Kosten und entschuldigte sich auch für die vorherige Antwort der Kundenbetreuung. Airbnb betonte auch, dass es ausdrücklich von allen Gastgebern fordere, auf Überwachungskameras schriftlich hinzuweisen.

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    Tags:
    Miete, Kunden, Überwachung, Kamera, Airbnb, Seattle, USA