06:10 15 November 2019
SNA Radio
    Ein Eurocity-Zug der Deutschen Bahn (Archivbild)

    Bei 200 km/h auf der Zugkupplung: Folgenschwere Entscheidung von Fahrgast

    CC0
    Panorama
    Zum Kurzlink
    113582
    Abonnieren

    Ein junger Mann will bei einem Zwischenstopp auf dem Bahnsteig eine Zigarettenpause machen. Plötzlich schließen sich die Türen seines Eurocity-Zugs. Was nun folgt, könnte eine Szene in einem Actionfilm sein: Der 33-Jährige springt auf die Kupplung eines Waggons, kurz danach beschleunigt die Bahn auf über 200 km/h.

    Am Mittwochabend ist es am Duisburger Hauptbahnhof beinahe zu einem schweren Unglück gekommen, berichtete jetzt die Bundespolizei. Ein 33-Jähriger aus Ibbenbüren war mit einem Eurocity 6 in Richtung Hamburg unterwegs. Bei einem kurzen Stopp in Duisburg entschied sich der junge Mann, auf dem Bahnsteig eine Zigarettenpause einzulegen. Nach dem planmäßigen Halt von zwei Minuten schlossen sich die Türen wieder und die Wagen rollten an, ohne dass der 33-Jährige an Bord war. Daraufhin traf der Mann eine folgenschwere Entscheidung.

    Geschwindigkeit unterschätzt

    Wie die Polizeibeamten beschreiben, sprang der Ibbenbürener nun kurzerhand auf die Kupplung zwischen zwei Waggons. Unbemerkt vom Zugpersonal und anderen Reisenden fuhr der Zug weiter in Richtung Mülheim. Dabei erreichte der EC 6 eine Geschwindigkeit von über 200 Km/h.

    Ein großer Fehler

    Dem jungen Mann wurde sein Fehler nun wohl bewusst, denn er rief lautstark um Hilfe. Mitreisende wurden auf den Passagier aufmerksam, der sich außen zwischen den Wagen panisch festklammerte. Angesichts dieser Lebensgefahr betätigten sie auf freier Strecke die Notbremse. Nachdem der Zug zum Stehen kam, konnte der Mann unverletzt in den Zug steigen. Im Essener Hauptbahnhof wurde er schließlich der Bundespolizei übergeben.

    Konsequenzen folgen

    Ein Test ergab, dass der Mann mit 1,9 Promille nicht unerheblich alkoholisiert war. Gegen ihn wurde nun ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet. Die Bundespolizei bedankte sich bei den Mitreisenden für ihre couragierte Hilfe, ohne die es vermutlich die letzte Zugfahrt des 33-Jährigen gewesen wäre.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Deutscher Bahn fehlen 57 Milliarden Euro – EVG macht Bund verantwortlich<<<

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Panne, Passagier, Zugunglück, Alkohol, Zug, Deutsche Bahn, Essen, Duisburg, Hamburg, Deutschland