00:26 21 November 2019
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    Rente mit 63 antreten? Viele Deutsche nutzen das Angebot

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    Die Nachfrage nach der abzugsfreien Rente ab 63 blieb auch im Jahr 2018 hoch. Im vergangenen Jahr wurden 251.000 Anträge gestellt, fast so viele wie 2017. Seit Inkrafttreten der Neuregelung 2014 stellten fast 1, 2 Millionen Arbeitnehmer einen Antrag. Dies meldete das „Handelsblatt“ unter Verweis auf die Deutsche Rentenversicherung.

    Früher mit der Arbeit aufhören: Das geht mit der Rente mit 63. Sehr viele Arbeitnehmer nutzen das Angebot.

    So geht die Rente mit 63

    Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, können bereits mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Allerdings wird diese Altersgrenze seit Mitte 2014 pro Jahr um zwei Monate angehoben. Die Jahrgänge ab 1964 können so erst mit 65 Jahren nach 45 Beitragsjahren in der Rentenversicherung abschlagsfrei in den Ruhestand gehen. Phasen der Arbeitslosigkeit werden angerechnet, ebenso wie Zeiten der Kindererziehung und der Pflege von Angehörigen.

    „Es ist eine der Irrationalitäten der derzeitigen Politik: Wir müssen ausländische Fachkräfte anwerben, um dem demografischen Wandel zu begegnen, und gleichzeitig frühverrenten wir inländische Fachkräfte abschlagsfrei“, sagt Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), dem Handelsblatt. Die Rente ab 63 entwickele sich zunehmend zur „Wachstumsbremse“.

    Die Antragszahlen des vergangenen Jahres liegen nach Angaben der Rentenversicherung „im Rahmen der Erwartungen“. Auch die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Katja Mast sieht keine unerwartet hohe Inanspruchnahme. Die Sozialdemokraten hätten die Rente ab 63 damals durchgesetzt, „weil sich die Menschen das verdient haben“.

    Die Linke hält die Rente ab 63 ebenfalls für eine gute Entscheidung. Der rentenpolitische Sprecher der Partei, Matthias W. Birkwald, sagte dem Handelsblatt, dass Menschen, die 45 und mehr Jahre in die Rente eingezahlt haben, oft nicht mehr länger arbeiten könnten und sich „ihren Ruhestand redlich verdient“ hätten. Die Beliebtheit der Regelung erkläre sich nicht zuletzt damit, dass andere Möglichkeiten wegfallen würden, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Denn bis 2029 steigt die Altersgrenze für die abschlagsfreie Frührente schrittweise auf 65 Jahre.

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    Tags:
    Altersgrenze, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Neuregelung, Rente, SPD, Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Deutsche Rentenversicherung, Handelsblatt, Katja Mast, Matthias W. Birkwald, Steffen Kampeter, Deutschland