15:05 10 Dezember 2019
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    Eine Vertriebene in dem Flüchtlingscamp al-Hol in Syrien

    Kämpfe in Nordostsyrien: 35 Kinder sterben bei Flucht ins Notaufnahmelager – Uno

    © AFP 2019 / Delil SOULEIMAN
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    Das UN-Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (UNOCHA) berichtet über die verzweifelte Lage der Syrer, die vor den Kämpfen in der Region der Stadt Hadschin, syrische Provinz al-Hasaka, fliehen.

    Das Flüchtlingslager al-Hol in der Provinz al-Hasaka nimmt alle Menschen auf, die aus dem Gebiet um die syrische Stadt Hadschin herum fliehen. Dort kämpfen seit einigen Monaten arabisch-kurdische Einheiten der „Demokratischen Kräfte Syriens" (SDF), unterstützt von der internationalen US-geführten Koalition, gegen die Reste der Terrormiliz „Islamischer Staat"*. Medien hatten mehrmals über Todesopfer unter den Zivilisten bei den Luftangriffen der Anti-IS-Koalition berichtet.

    Laut einem OCHA-Bericht, der Sputnik vorliegt, ist die Zahl der Flüchtlinge im Lager seit zwei Monaten um das Dreifache gestiegen und beträgt zurzeit 35.552 Menschen. Somit sei die Aufnahmefähigkeit des Camps bereits überstiegen. Allein in den vergangenen zwei Wochen seien 10.000 Menschen in das Flüchtlingslager gekommen.

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    Angesichts des Bevölkerungsüberschusses sei selbst die Befriedigung der allerwichtigsten Bedürfnisse der Menschen im Lager problematisch. Rund 3.000 Menschen würden in der Aufnahmezone leben, in der sie zunächst überprüft werden sollten.

    „Die meisten Flüchtlinge kommen im Lager in einem kritischen Zustand an. Seit Anfang Dezember bis zum 4.Februar sind wenigstens 35 Kinder und Babys auf dem Weg zu dem Flüchtlingscamp oder sofort nach der Ankunft gestorben, in den meisten Fällen ist das auf Hypothermie zurückzuführen", heißt es im Bericht.

    Das Flüchtlingslager al-Hol ist 300 Kilometer von der Stadt Hadschin entfernt. Die Nachttemperaturen betragen in dieser Gegend etwa Null Grad Celsius.

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    „Nachdem die Binnenvertriebene aus der Kampfzone geflohen sind (…), müssen sie nach eigenen Angaben auf dem Weg zu dem Camp Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen, dann werden sie in offene Lkws gesetzt und in das 300 Kilometer entfernte Lager gebracht, mit einer knappen Menge an Nahrung und Wasser und mit nur geringem Schutz vor gefährlichen Personen", heißt es weiter in dem Dokument.

    Dabei seien die Vereinten Nationen nicht im Stande, den Flüchtlingen auf dem Weg von Hadschin nach al-Hol zu helfen, weil das entsprechende Gebiet, in dem weiterhin gekämpft werde, von verschiedenen Parteien kontrolliert werde

    Zurzeit werde das Flüchtlingscamp al-Hol ausgebaut. Die Ausbauarbeiten sollten bis Ende Februar abgeschlossen werden. Danach sollen weitere 12.840 Geflüchtete in dem Lager untergebracht werden.

    *Terrororganisation, in Russland verboten

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    Flüchtlinge, tot, Flüchtling, Flüchtlingslager, Flüchtlingscamp, Kämpfe, Kinder, Syrien