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15:14 14 Oktober 2019
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    Ein gefangener IS-Terrorist (i.d.Mitte) in Syrien (Archivbild)

    IS-Terrorist möchte nach Deutschland ausgeliefert werden

    © AFP 2019 / Delil Souleiman
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    Der 29-jährige Fared Saal sitzt in einem kurdischen Gefängnis. Gegen den in Deutschland geborenen Mann wird wegen der Beteiligung an 90 Morden ermittelt. Nun will Saal nach Deutschland ausgeliefert werden – Er bevorzuge eine Haftstrafe in einem Land, in dem Menschenrechte gelten.

    Der in Bonn geborene Fared Saal sitzt seit einem Jahr in einem kurdischen Gefängnis in Nordsyrien. Der 29-Jährige wurde durch ein IS*-Propagandavideo weltweit bekannt. Das Video aus dem Jahr 2014 zeigt ihn inmitten eines Leichenberges. Vor der Kamera prahlt er damit, man habe "die Tiere abgeschlachtet". Seitdem ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen Saal wegen möglicher Beteiligung an 90-fachem Mord.

    Er selbst bestreitet die Tat

    Fared Saal gilt als einer der meistgesuchten deutschen IS-Terroristen. Er selbst bestreitet, an den Morden beteiligt gewesen zu sein. Reportern von NDR und SWR erklärte er nun, dass er Verständnis habe, dass gegen ihn in Deutschland ermittelt werde, weil er an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen sein soll. Dennoch wolle er eine mögliche Haftstrafe lieber in einem Land absitzen, in dem die Menschenrechte gelten.

    Bundesregierung prüft Einzelfälle

    Die Haltung der Bundesregierung zu dieser Bitte ist bislang noch unklar. Laut Medienberichten sitzen derzeit etwa 60 deutsche IS-Anhänger und ihre Kinder in Nordsyrien in Haft. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes erklärte, eine konsularische Betreuung mutmaßlicher IS-Angehöriger in Nordsyrien sei derzeit faktisch unmöglich. Dennoch prüfe man in Einzelfällen, ob deutschen Staatsangehörigen eine Ausreise aus Syrien ermöglicht werden könne. Dies könne der Fall sein, wenn humanitäre Gründe vorlägen.

    Endstation Nordsyrien

    Wie der SWR berichtet, mahnen Vertreter der kurdischen Kräfte in Nordsyrien, international mit dem Thema verantwortungsvoll umzugehen. Derzeit befänden sich mehr als 800 IS-Kämpfer aus 49 Ländern in kurdischer Haft. Obwohl in deren Heimatländern Haftbefehle gegen sie vorlägen, übernehme derzeit kaum ein Staat für sie die juristische Verantwortung.

    * Terrororganisation, in Russland verboten

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    Tags:
    Islamist, Auslieferung, Terrorist, Haft, IS-Terroristen, Kurden, YPG, Demokratische Kräfte Syriens (SDF), Terrormiliz Daesh, Bundesregierung, Nordsyrien, Bonn, Algerien, Kurdistan, Syrien, Deutschland