22:30 10 Dezember 2019
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    Pressekonferenz des Bundeskartellamts zum Datenmissbrauch bei Facebook

    Ohrfeige für Facebook: Bundeskartellamt will Datenaustausch stoppen

    © REUTERS / Wolfgang Rattay
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    Das Online-Netzwerk habe in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung und missbrauche sie, sagte die Behörde. Facebook will sich gegen das Votum wehren.

    Das Bundeskartellamt untersagt Facebook das Sammeln von Daten auf fremden Websites. Das soziale Netzwerk betreibe damit unfairen Wettbewerb. Facebook besitze in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung und missbrauche sie, erklärte das Kartellamt am Donnerstag. Facebook will sich gegen das Votum vor Gericht wehren.

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    Es geht auch um das Zusammenführen von Daten von Instagram und Whatsapp, die beide zu Facebook gehören . Damit hat die Kartellbehörde ihre Schwierigkeiten. Ein zentraler Kritikpunkt der Wettbewerbshüter ist, dass man der Datenerhebung „als Gesamtpaket“ zustimmen muss, um Facebook überhaupt nutzen zu können.

    Facebook soll Vorschläge machen – und wehrt sich

    Künftig dürften Dienste wie Whatsapp oder Instagram zwar weiterhin Daten sammeln. Der Konzern dürfe die Daten aber nur noch im Facebook-Konto eines Nutzers zusammenführen, wenn dieser dem Vorgang freiwillig zustimmt. Das Kartellamt erwartet in den kommenden vier Monaten Lösungsvorschläge.

    „Wir nehmen bei Facebook für die Zukunft eine Art innere Entflechtung bei den Daten vor”, sagt Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, nach Angaben der DPA.

    Facebook will juristisch gegen das Votum vorgehen. Das US-Unternehmen kontert, das Online-Netzwerk sei zwar populär, aber habe keine marktbeherrschende Stellung. Man verstoße auch nicht gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung. Außerdem seien für die Aufsicht über ihre Einhaltung die Datenschutzbehörden und nicht Wettbewerbshüter zuständig.

    Innerhalb eines Monats kann das Online-Netzwerk Beschwerde gegen die Entscheidung des Kartellamts einlegen.

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    Tags:
    EU-Datenschutzgrundverordnung, Strafe, Bundeskartellamt, Facebook, EU, Deutschland