20:02 11 Juli 2020
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    Um die Situation auf der russischen Doppelinsel Nowaja Semlja im Nordpolarmeer in den Griff zu bekommen, haben die Behörden laut Medienberichten eine zeitweilige Lösung gefunden: Die in die Siedlungsgebiete eindringenden Eisbären werden durch Betäubung ruhiggestellt, um sie in weiter entfernt liegenden Gebieten wieder in die Natur zu entlassen.

    Der Chef der dortigen Administration, Schigansch Mussin, erzählte der Presse, dass die Situation gegenwärtig unter Kontrolle sei.

    „Die Anzahl der Eisbären ist geringer geworden, denn wir sind dabei, sie zu verscheuchen“, so Mussin. Dennoch sei die von ihnen für die Menschen ausgehende Gefahr noch nicht gebannt.

    Das Eisbären-Problem war auf der Doppelinsel um die Jahreswende akut geworden. So hatte man nach Angaben der Lokalbehörden im Raum der Siedlung Beluschja Guba mehr als 50 Eisbären gezählt, wobei in der Siedlung selbst ständig etwa sechs bis zehn Bären gesichtet wurden. Es habe Fälle von aggressivem Verhalten gegeben. Die Tiere sollen sogar Menschen angegriffen haben und in Häuser eingedrungen sein.

     

    Die zum Schutz vor den Eisbären ergriffenen Maßnahmen hätten indes kaum geholfen, da die Tiere vor den Streifenwagen und den Hunden bald keine Angst mehr zeigten. Auf der Doppelinsel musste deshalb sogar der Ausnahmezustand verhängt werden.

     

    Im November 2018 hatten Eisbären auf der Tschuktschen-Halbinsel im äußersten Nordosten Russlands die Siedlung Ryrkajpij auf ihrer verzweifelten Nahrungssuche buchstäblich umzingelt.

     

    „Es gab wenig Eis, doch die Eisbären brauchen das Eis, denn sie sind es gewohnt, vom Eis aus auf Robbenjagd zu gehen. Jetzt aber ist das Meer offen (nicht zugefroren – Anm. d. Red.), da wandern sie eben an der Küste entlang“, erläuterte Michail Stischow, Koordinator für biologische Mannigfaltigkeit in der Arktis des WWF Russland, einer Struktur der internationalen Naturschutzorganisation WWF (World Wildlife Fund).

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    Tags:
    Eisbär, Arktis, Archipel Nowaja Semlja, Russland