16:09 21 April 2019
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    Djatlow-Pass: Schwedische Forscher bieten Lösung des Grusel-Rätsels

    © Foto: Georgiy Krivonischenko
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    Das Rätsel um den Djatlow-Pass ist auch 60 Jahre nach dem grauenhaften Tod von neun sowjetischen Studenten noch ungelöst. Bis heute ranken sich darum unzählige Verschwörungstheorien. Was verursachte den Tod der Touristengruppe? Eine Lawine, ein Tier, geheime Militärtests oder Aliens? Schwedische Forscher wollen nun die Antwort gefunden haben.

    Eine Gruppe schwedischer Forscher reiste in den Norden des russischen Uralgebirges, um die Lösung des Mysteriums zu finden, schreibt die Zeitung „Aftinbladet“.

    Das Fazit der Wissenschaftler wird Verschwörungstheoretiker wohl enttäuschen: Die Experten vermuten Wetterbedingungen wie einen starken Sturm als Ursache.

    Laut dem Archäologen Richard Holmgren hatten die Skiwanderer ihr Zelt eilig verlassen, weil sie wahrscheinlich fürchteten, dass es weggeweht werden könnte.

    „Ich habe solche Winde auf dem Berg Ararat selbst erlebt, das ist schwer vorzustellen, wenn man das nicht selbst erlebt hat“, so Holmgren.

    Die Forscher glauben, dass viele Rätsel um den Djatlow-Pass eine Erklärung haben. Dass die Brustkörbe einiger Wanderer zerdrückt waren, führen sie auf den Druck der schweren Schneemassen zurück, unter denen die Toten entdeckt wurden.

    Doch was ist mit der jungen Frau Ludmila Dubinina, der die Augen und die Zunge fehlten? Die schwedischen Wissenschaftler erklären dies mit der Tatsache, dass die Frau mit dem Gesicht in einem Fluss gelegen hatte. Dies habe womöglich zu einem beschleunigten Verwesungsprozess geführt.

    Details des geheimnisvollen Studenten-Tods

    Ob diese Theorie die Antworten auf alle Fragen um das sowjetische Rätsel bieten, ist jedoch fraglich. Interessanterweise ist der Berg, an dem die Studenten verunglückten, unter den einheimischen Mansi als „Berg der Toten“ bekannt und wird von ihnen gemieden.

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    Was den Fall noch mysteriöser macht: An der Kleidung der Wanderer wurden hohe Strahlungswerte gefunden. Verwandte gaben später an, die Tote hätten eine gebräunte Haut und ergraute Haare gehabt.

    Ende Januar 1959 war eine Gruppe von neun Menschen unter der Leitung von Igor Djatlow zu einer Skitour aufgebrochen. Nach Djatlow wurde der Pass später benannt. Organisiert hatte die Skitour der Sportverein des Polytechnischen Instituts des Urals. Das zehnte Mitglied der Gruppe, der einzige Überlebende, Juri Judin, hatte wegen Beinschmerzen die Gruppe auf halbem Weg verlassen müssen.

    In den frühen Morgenstunden des 2. Februar 1959 hatten die Studenten ihr Zelt aus einem unbekannten Grund fluchtartig verlassen. Das Zelt wurde dabei von innen aufgeschnitten. Dies kann auf eine große Panik hinweisen.

    Die Toten wurden in drei Gruppen aufgefunden. Die erste Gruppe wurde am Rande eines Waldes unter einem großen Nadelbaum entdeckt. Dort fand der Suchtrupp die Überreste eines Feuers sowie zwei männliche Leichen. Beide waren barfuß und hatten nur ihre Unterwäsche an.

    Die zweite Gruppe wurde zwischen dem Nadelbaum und dem Lager entdeckt: Einer der drei Toten war der Leiter Igor Djatlow. Von dieser Gruppe wird angenommen, dass sie auf dem Weg zurück zum Zelt gewesen war.

    Die dritte Gruppe wurde erst mehr als zwei Monate später, nach der Schneeschmelze entdeckt. Gefunden wurden die Leichen am 4. Mai in einer Schlucht weiter im Waldinneren. Die drei Toten starben offenbar durch Schläge oder äußere Gewalteinwirkung. Die aufgewendete Kraft muss enorm gewesen sein, ein Mensch hätte solche Gewalt kaum aufbringen können. Sie wurde mit dem Aufprall eines Autos verglichen.

     

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    Tags:
    Studenten, Rätsel, Tod, Sowjetunion, Russland, Ural