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    Ein Samojede

    Russische Hunde, die die Welt eroberten

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    In Russland entstanden viele großartige Hunderassen. Einige von ihnen erkannte die Fédération Cynologique Internationale (FCI) an, andere nicht. Ein paar sind auch im Ausland beliebt – denn im Gegensatz zu den allerorts anzutreffenden Modehündchen sind sie nicht überzüchtet und verfügen über ein ausgeglichenes Wesen.

    Anerkannte Rassen

    Russischer Schwarzer Terrier

    Diese Rasse wurde vergangenes Jahrhundert in der UdSSR gezüchtet und soll angeblich auf Anweisung Stalins entstanden sein.

    Der Russische Schwarze Terrier ging aus der Kreuzung von Riesenschnauzer, Neufundländer, Rottweiler und  dutzender anderer Unterarten hervor. Ziel war die Hervorbringung eines gesunden universellen Gebrauchshundes mit ausgeglichenem Charakter, der die besten Eigenschaften der anderen weltweit anerkannten Rassen verbindet. Bis in die 70er-Jahre kam er in der Armee, bei der Polizei und bei der Lagerbewachung zum Einsatz. Ende des 20. Jahrhunderts verbreitete er sich auch unter konventionellen Hundezüchtern – und wird seitdem aufgrund seiner Intelligenz und Zahmheit auch als Begleithund eingesetzt.

    Der Russische Terrier hat einen gut entwickelten Wachinstinkt und ist daher Fremden gegenüber misstrauisch. Gewöhnlich ist er seinem Besitzer sehr treu, leicht zu erziehen und lernwillig. Allerdings tendiert er zu Dominanz – daher sollte Herrchen oder Frauchen einen starken Charakter haben und immer Haltung bewahren. Da der Terrier grundsätzlich als Arbeitshund hervorgebracht wurde, ist er für Couchpotatoes nicht die richtige Wahl. Denn er braucht viel Bewegung und sollte stets unterschiedliche Aufgaben bekommen.

    Samojede

    Der Samojede gilt als die älteste unter den heute weltweit existierenden Hunderassen. Sie ging vor einigen tausend Jahren durch eine natürliche Mutation bei weißen, von nördlichen Völkern domestizierten Wölfen hervor.

    Die Ureinwohner des fernen Nordens und Sibiriens setzten Samojeden bei der Jagd und seltener als Schlittenhunde ein.

    1959 erkannte die FCI die Rasse offiziell an. Derzeit sind Samojeden Stammgäste bei internationalen Ausstellungen in der „Spitz“-Gruppe. Oft werden sie mit prestigeträchtigen Preisen ausgezeichnet. Denn der Schönheit des schneeweißen Fells und des schmalen, ausdrucksvollen Gesichts kann niemand widerstehen. 

    Der Charakter des Samojeden ist gutmütig, aber freiheitsliebend. Daher ist es nicht einfach, seine komplette Unterordnung zu erreichen. Als Haustier passen sie in jede Familie, auch mit kleinen Kindern. Berücksichtigt werden muss bei diesen Hunden, dass sie genetisch an Kälte angepasst sind und daher so viel Zeit wie möglich an der frischen Luft verbringen sollten.

    Zentralasiatischer Owtscharka

    Zentralasiatischer Owtscharka
    Zentralasiatischer Owtscharka

    Diese großen und sehr schweren Hunde gingen vor langer Zeit in Zentralasien, im Kaspischen Raum und im südlichen Ural durch Kreuzung von Mastiffs und mesopotamischen Kampfhunden hervor. Erst 1989 wurde diese Rasse, die in Asien vor allem als Hirten- und Wachhund zum Einsatz kommt, von der FCI anerkannt.

    Dieser riesige plumpköpfige und stämmige Hund wirkt sehr angsteinflößend. Der Schein trügt nicht – es ist eine anspruchsvolle Rasse, mit der man besser nicht spaßen sollte. Sie ordnet sich ausschließlich ihrem Besitzer unter, während sie Fremden mit Misstrauen begegnet.

    Zentralasiatische Owtscharkas sind ausgeglichen und folgsam – aber nur, wenn der Besitzer ausreichend Zeit für seine Dressur aufgewendet hat. Ein von klein auf erzogener und disziplinierter Hund wird Wohnung oder Haus perfekt bewachen und gut mit Kindern umgehen. Bei unzureichender Erziehung kann der Hund jedoch gefährlich werden.

    Russischer Toy

    Der Russische Toy wurde Mitte des 20. Jahrhunderts von sowjetischen Züchtern hervorgebracht. Da gewöhnliche Toy Terrier, die zur Zarenzeit sehr verbreitet waren, nach der Revolution als Überbleibsel der Bourgeoisie angesehen wurden, verschwanden sie bis Mitte der 1950er beinahe zur Gänze. In der Nachkriegszeit veränderte sich die Beziehung zu sogenannten „Schoßhunden“ wieder, die sich erneut großer Beliebtheit erfreuten. Daher entschied man sich zur Züchtung eines eigenen russischen kleinwüchsigen Begleithundes.

    Äußerlich unterscheidet sich der Russische Toy vom gewöhnlichen Toy Terrier ein wenig. Auch charakterlich gibt es Abweichungen – der Russische Toy hat ein sanfteres Wesen und ist zahmer. Bei der Fellstruktur gibt es zwei verschiedene Varianten: Lang- und Kurzhaar.

    Die Rasse kann auch Anfängern empfohlen werden. Berücksichtigt werden muss jedoch, dass die Hunde sehr zart gebaut sowie hitze- und kälteempfindlich sind.

    Nicht anerkannte Rassen

    Osteuropäischer Schäferhund

    Osteuropäischer Schäferhund
    Osteuropäischer Schäferhund

    Der Osteuropäische Schäferhund ist eine Hunderasse, die von sowjetischen Kynologen in den 30-er und 40-er Jahren auf Basis des Deutschen Schäferhundes gezüchtet wurde. Für die Kreuzung wurden keine weiteren Hunderassen herangezogen. Ursprünglich wurde dieser Schäfer für die Rote Armee hervorgebracht und erstmals 1964 anerkannt. Jedoch bleibt bis heute eine Anerkennung durch die FCI, der wichtigsten Organisation, aus.

    Bezüglich des Erscheinungsbildes sei angemerkt, dass der Osteuropäische größer als der Deutsche  Schäferhund ist und die Fellfarbe unterschiedlich ausfallen kann. Auch charakterliche Unterschiede sind auszumachen. Zwar sind sie weniger aktiv, dafür aber zurückhaltender und gelassener. Häufig kommen sie bei den Grenztruppen sowie als Blindenhunde zum Einsatz. Während der Deutsche Schäferhund zu sportlichen Besitzern passt, ist sein osteuropäischer „Bruder“ eher für ruhige Personen zu empfehlen.

    Bolonka Zwetna

    Dieser Bolonka Zwetna heißt Jelissej. Sein Frauchen (das bei uns arbeitet) kann bestätigen: Das ist ein sehr kluger und süßer Hund!
    © Sputnik / Angelika Jelissejewa
    Dieser Bolonka Zwetna heißt Jelissej. Sein Frauchen (das bei uns arbeitet) kann bestätigen: Das ist ein sehr kluger und süßer Hund!

    Diese schönen, kleinwüchsigen Langhaarhunde wurden in der Nachkriegszeit in der Sowjetunion gezüchtet. Für die Kreuzung wurden kleine (nicht immer reinrassige Hunde) herangezogen, die aus dem Ausland eingeführt wurden. Nach dem Standard sind alle Fellfarben außer weiß erlaubt.

    Bolonka Zwentas bestechen durch ihren ausgeglichenen, verspielten und gutmütigen Charakter sowie ihre ausgesprochen hohe Intelligenz. Sie sollen sofort die Stimmung ihres Besitzers fühlen können und niemals Aggression an den Tag legen. Obwohl die Rasse nicht von der FCI anerkannt ist, ordnet sie sich bei den beliebtesten Begleithunden ein.

    Russischer Spaniel

    Russischer Spaniel
    Russischer Spaniel

    Die Rasse entstand Mitte des 20. Jahrhunderts auf Basis einiger Spaniel-Arten. Vor allem der Englische Cocker Spaniel und der English Springer Spaniel wurden für die Zucht herangezogen. Ziel war die Schaffung einer Hunderasse, die den Menschen bei der Hasenjagd unterstützen würde. Auch bei der Vogeljagd macht sich der Russische Spaniel gut. Die Rasse ist bis heute äußerst beliebt und auch in Werken klassischer Schriftsteller anzutreffen. Der Russische Spaniel ist von Natur aus aktiv, gehorsam, fleißig, unendlich treu, ein hervorragender Schwimmer und sehr robust. Wie jeder Jagdhund braucht er viel Bewegung an der frischen Luft.

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    Tags:
    Rasse, Hunde, Russland