08:15 24 April 2019
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    Ermittler am Ort des Unglücks am Djatlow-Pass (Archivbild)

    Djatlow-Tragödie: Russische Experten ziehen schwedische Version in Zweifel

    © Foto: Public Domain / Wikimedia Commons
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    Zwei russische Experten haben ihre Bedenken hinsichtlich der von schwedischen Forschern vorgebrachten Version zum grausamen Unglück im Nordural geäußert, laut der die von Igor Djatlow geleiteten Bergtouristen wegen eines außenordentlich schweren Sturmes in Panik geraten seien.

    Wie der Leiter des Fonds für die Djatlow-Gruppe, Juri Kunzewitsch, gegenüber Sputnik sagte, waren die von Djatlow geleiteten Studenten auf ihre Bergwanderung gut vorbereitet und weit davon entfernt, sich von einem heftigen Unwetter einschüchtern zu lassen. Laut Kunzewitsch muss der Tod der jungen Menschen durch einen technogenen Unfall verursacht worden sein.

    Der Ex-Chef der regionalen Such- und Rettungsabteilung, Valeri Kudinow, stimmte mit Kunzewitsch überein. Die Version über einen todbringenden starken Wind halte keiner Kritik stand, sagte Kudinow. „Wenn es einen Sturm gegeben hätte, würden sie sich anziehen und beschuhen, ihr Zelt zumachen und dort bleiben und nicht hinauslaufen. Vor dem Wind läuft man nicht weg, sondern man verbirgt sich davor“, so Kudinow.

    Zuvor hatten die schwedischen Forscher Richard Holmgren und Andreas Liljegren von ihrer Bergwanderung auf der Route der Djatlow-Gruppe berichtet. Ihren Worten zufolge waren die Studenten wegen rauer Wetterbedingungen ums Leben gekommen. Sie sollen gefürchtet haben, dass der starke Wind sie samt Zelt vom Berg hinunterfegen würde.

    Die russischen Experten wiesen auch die Theorien über einen Lawinenabgang, über anomale Erscheinungen, über militärische Geheimexperimente und über einen Angriff durch Anwohner, Angehörige des Mansi-Volkes, zurück.

    Die neun Mitglieder der von Igor Djatlow geleiteten Expedition waren im Winter 1959 am Fuße des Berges Cholattschachl im Nordural unter bisher ungeklärten Umständen gestorben. Ihre halbnackten Leichen, die schwere Verletzungen aufwiesen, wurden weit weg vom Zelt geborgen.

    Die Staatsanwaltschaft des Gebietes Swerdlowsk hat eine umfassende Untersuchung zu dem Unfall eingeleitet.

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