Widgets Magazine
01:55 16 Oktober 2019
SNA Radio
    Lösung der Armut (Symbolbild)

    Sputnik-Leser haben entschieden: So muss die drohende Altersarmut bekämpft werden

    CC0
    Panorama
    Zum Kurzlink
    Von
    6598
    Abonnieren

    „Was sollte unternommen werden, um die drohende Altersarmut zu bekämpfen?“ – Diese Frage haben wir unseren Lesern in der vergangenen Woche gestellt. Sieben Antwortmöglichkeiten gaben wir zur Auswahl, von denen einige – zugegeben – nicht ganz ernst gemeint waren. Davon unbeirrt hat sich schnell ein Sieger herauskristallisiert…

    Die finanzielle Absicherung im Alter ist wieder aktuell, nicht zuletzt durch die von der SPD angestoßene Debatte über eine mögliche Grundrente. Hunderttausenden Rentnern droht die Altersarmut, schon jetzt liegen rund 50 Prozent der Renten hierzulande unter 800 Euro im Monat. Doch was hilft wirklich effektiv im Kampf gegen die Armut im Alter? Diese Frage haben wir Ihnen in der vergangenen Woche gestellt und über 2600 Leserinnen und Leser gaben uns der Umfrage ihre Vorschläge.

    Pleite trotz Job…

    Mit 28,1 Prozent aller abgegebenen Stimmen belegte die Antwort „Niedriglohnsektor und prekäre Beschäftigung abschaffen“ den ersten Platz. Im vergangenen Jahr arbeiteten rund 4,2 Millionen Menschen in Deutschland Vollzeit zu einem Niedriglohn von unter 2139 Euro brutto pro Monat. Das sind fast 20 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten hierzulande. Das gefährdet den Ruhestand — wer wenig verdient, bekommt wenig Rente, eine private Altersvorsorge kann man sich kaum leisten.

    Mehr Netto vom Brutto…

    Im Kampf gegen Altersarmut sehen 23,5 Prozent laut Umfrage eine andere Lösung. Auf Platz zwei in unserer Umfrage: „Superreiche mehr und Arbeitnehmer weniger besteuern“. Das würde heißen: Mehr Netto vom Brutto für die, die es wirklich nötig haben. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung besitzen die 45 reichsten Haushalte in Deutschland so viel wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung — weit über 200 Milliarden Euro. Warum also nicht das Geld da holen, wo es sich offensichtlich bei den Superreichen häuft.

    Tod durch Armut…

    Eher desillusioniert und mit einem pessimistischen Blich schauen 17,9 Prozent unserer Umfrageteilnehmer in die Zukunft. Auf Platz drei landete die Antwort: „Bringt alles nichts, wir werden arm sterben.“ In der Tat schreitet die soziale Spaltung in Deutschland immer weiter voran. Fast 5 Millionen Menschen können sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts hierzulande nur jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit leisten. Für rund 13 Millionen Deutsche ist ein Urlaub undenkbar und jeder dritte Bundesbürger kommt bei unerwarteten Ausgaben von über 1000 Euro in Existenznot.

    SPD versus CDU…

    Auf Platz vier folgt nun mit 17 Prozent ein Vorschlag der SPD: „Die Grundrente von 900 Euro im Monat einführen.“ Laut Arbeitsminister Hubertus Heil soll sie sogar noch 2019 eingeführt werden, aber der Koalitionspartner CDU will daran massive Bedingungen knüpfen. Wer mindestens 35 Beitragsjahre erreicht hat. soll nach dem Willen der SPD ohne Ausnahme Anspruch auf die neue Grundrente von mindestens 880 Euro haben. Das würde rund eine Million Menschen in Deutschland helfen. Ob das jedoch mit der Union zu machen ist, gilt als fraglich.

    Hey Boss, ich brauch mehr Geld…

    Ebenfalls zur Auswahl in unserer Umfrage stand die Antwort „Mindestlohn rauf auf 12 Euro (oder höher).“ Für diese Alternative haben sich 6,5 Prozent unserer Leser entschieden, das ergibt Platz fünf. Aktuell liegt der Mindestlohn in Deutschland bei 9,19 Euro pro Stunde, im kommenden Jahr soll er auf 9,35 Euro steigen. Um im Alter eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu bekommen, müssten es allerdings mindestens 12,63 Euro sein, errechnet sogar die Bundesregierung nach einer Anfrage der Linkspartei. Die Frage kommt auf, ob der deutsche Staat also Hunderttausende Arbeitnehmer wissentlich in die Altersarmut abstürzen lässt?

    Wir erinnern uns…

    Platz sechs und sieben – und damit die Schlusslichter unserer Umfrage – bilden zwei nicht ganz ernst gemeinte Antwortmöglichkeiten: 5,1 Prozent der Stimmen gingen an „Flaschenpfand erhöhen“. Zur Erinnerung: Die Regierung unter Kanzler Gerhard Schröder hatte nicht nur die Agenda 2010 auf den Weg gebracht, sondern auch das Flaschenpfand. Im Kampf gegen Altersarmut ist das aber sicher nicht das beste Instrument. 1,9 Prozent unserer Leser stimmten für „Norbert Blüm wieder als Arbeitsminister einsetzen“. Nun, der 83-Jährige hat anscheinend keine Lust mehr auf eine aktive Polit-Laufbahn. Dennoch blicken nicht wenige bei seinem alten Satz Die Rente ist sicher“ in die Vergangenheit zurück. Leider sind diese guten alten Zeiten wohl endgültig vorbei.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Altersarmut, Hartz IV, Grundrecht, Lösung, Rente, Umfrage, CDU, SPD, Deutschland