02:11 09 Juli 2020
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    Kaum hat sich die Aufregung um den Fall des Star-Reporters Claas Relotius gelegt, droht ein neuer Skandal die deutsche Medienwelt zu erschüttern: Das „Süddeutsche Magazin“ hat einem Journalisten gekündigt, weil dieser einen Protagonisten erfunden haben soll. Dies berichtet „Meedia“. Nun überprüfen auch andere Medien die Texte des Autors.

    Es handelt sich laut „Meedia“ um einen mehrfach preisgekrönten freien Journalisten, der früher mit dem Henri-Nannen-Preis und dem Reporterpreis ausgezeichnet worden sei und für andere Leitmedien wie Spiegel und Zeit geschrieben habe. Nun überprüfen die beiden Medien die Beiträge des Reporters.

    Da der Betroffene in der Sache bislang nicht angehört werden konnte, hat sich „Meedia“ nach eigenen Angaben gegen eine Veröffentlichung des Namens entschieden.

    Der freie Journalist sei zuvor vom SZ Magazin damit beauftragt worden, eine Geschichte zum Thema Beziehungen zu schreiben, die er vor einigen Monaten geliefert habe und die im Januar dieses Jahres veröffentlicht werden sollte.

    Doch kurz vor der Veröffentlichung seien in der Redaktion Zweifel an der Geschichte aufgekommen. Der Autor habe daraufhin die Erfindung eines Protagonisten zugegeben.

    Die Chefredaktionen des SZ Magazins wie auch der Süddeutschen Zeitung hätten dies als “groben Verstoß gegen die journalistischen Standards” erachtet und die Zusammenarbeit mit dem Journalisten beendet.

    Im Falle des „Spiegels“ laufen die Veröffentlichungen des Autors laut „Meedia“ erneut durch die Dokumentation, die Ergebnisse sollen zunächst Blattmacher Clemens Höges und Nachrichtenchef Stefan Weigel vorgelegt werden. Beide seien gemeinsam mit anderen Spiegel-Verantwortlichen auch mit der aufwändigen Aufarbeitung der Relotius-Recherchen beauftragt.

    Bei der Überprüfung weiterer Texte habe sich außerdem herausgestellt, dass „in einer Geschichte des Journalisten fremdsprachige Zitate unsauber wiedergegeben wurden und dadurch Sachverhalte ungenau dargestellt worden sind“.

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    Tags:
    Reporter, Fälschungen, Süddeutsche Zeitung Magazin, Claas Relotius, Deutschland