Widgets Magazine
04:15 24 Juli 2019
SNA Radio
    Schule in den USA (Symbolbild)

    Baumwolle pflücken zu Sklavenliedern für afroamerikanische Schüler in USA – VIDEO

    © AP Photo / Robert F. Bukaty
    Panorama
    Zum Kurzlink
    84010

    Im US-Bundesstaat South Carolina haben afroamerikanische Schüler im Rahmen einer Unterrichtsveranstaltung Baumwolle auf einem Feld gepflückt und dabei Lieder gesungen, ähnlich denen, die von schwarzen Sklaven in den USA während der Zeit der Sklaverei gesungen wurden. Bei Eltern der Schüler und im Netz hat dies Empörung ausgelöst.

    Zu diesem Vorfall ist ein entsprechendes Video im Internet veröffentlicht worden, auf dem zu sehen ist, wie Fünftklässler der Ebenezer Avenue Grundschule von Rock Hill, South Carolina, unter Aufsicht der Lehrerin auf einem Feld Baumwolle pflücken. Zu hören ist dabei, wie sie ein Lied, ähnlich einem sogenannten Worksong, singen. Bei den Worksongs handelt es sich um Lieder, die von schwarzen Sklaven unter anderem auf Baumwollfeldern bei der Arbeit während der Zeit der Sklaverei in den Vereinigten Staaten gesungen wurden.

    Das Video wurde von einem der Lehrer der Schule aufgenommen und an die Eltern der Schüler geschickt. In der Mitteilung der Schule hieß es dazu, dass die Führung auf das Baumwollfeld im Rahmen einer Unterrichtslektion der afroamerikanischen Geschichte stattfand und den Kindern die Situation in der Zeit der Großen Depression veranschaulichen sollte.

    Eltern der Schüler zeigten sich empört von dieser höchst seltsamen Aktion. Eine Mutter hatte gegenüber dem TV-Kanal Fox 46 ihren Unmut darüber geäußert. „Ich bin gerade wütend. Ich bin eine Afroamerikanerin und meine Vorfahren haben Baumwolle gepflückt. Warum sollte ich wollen, dass wie mein Sohn Baumwolle pflückt, und denken, dass es ein Spaß ist?“

    >>>Andere Sputnik-Artikel: USA: Proteste gegen Trumps Notstandserklärung<<<

    Im Netz hat der Vorfall eine große Resonanz ausgelöst. Bei Twitter haben User ihr Unverständnis dazu geäußert.

    ​​„Wie konnten diese ****** von der @RockHillSchools denken, dass es eine gute Idee wäre, afroamerikanische Kinder zu unterrichten, Baumwolle zu pflücken?“, meinte dazu ein User.

    ​„Wer zum Teufel hielt das für eine gute Idee?!“, kommentierte eine andere Twitter-Nutzerin. 

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Roger Waters (Pink Floyd) gegen Benefizkonzert für Venezuela<<<

    Auch der Abgeordnete des Repräsentantenhauses von South Carolina, John King, hat diese Aktion via Twitter kritisiert.

    Im Rahmen des Geschichtsunterrichts über Afroamerikaner in den USA haben die Kinder bei dem Schulausflug die „Carroll- School“, die 1929 von Afroamerikanern erbaut wurde, besucht. Die Carroll-Schule ist 1954 geschlossen und 2004 restauriert worden. Heute wird sie als Lehrzentrum für afroamerikanische Geschichte, mit dem Fokus auf die Große Depression und nicht auf die Sklaverei, genutzt.

    Der Leiter des Lehrzentrums und ehemalige Schüler der Carroll-Schule, Wali Cathcart, verteidigte die Aktion, Kinder Baumwolle pflücken zu lassen.

    „Wir brauchen Innovationen im Bildungssystem“, teilte der 81-Jährige mit, der selbst auch Afroamerikaner ist. „Kinder (sollte man – Anm. d. Red.) nicht einfach nur in einem Klassenzimmer unterrichten, ihnen etwas erzählen. Es gibt nichts Besseres, als etwas anzupacken.”

    Zudem konzentriere sich das Programm der Carroll-Schule auf „die Große Depression der 1930er Jahre, so dass Sklaverei hier nicht das vorherrschende Thema ist“, so Cathcart.

    Wie auch immer die Sache ausgeht: Sie wirft einmal mehr die Frage nach dem richtigen Umgang mit der eigenen Geschichte auf. Vor allem mit einer Geschichte, die nicht nur delikate Aspekte wie die Zeit der Sklaverei und der Rassentrennung enthält, sondern mit einer, die nach wie vor die US-amerikanische Gesellschaft spaltet.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Empörung, Baumwolle, Lieder, US-Bürger, Schüler, Afroamerikaner, Sklaverei, Schule, Skandal, Geschichte, South Carolina, USA