Widgets Magazine
05:41 15 Oktober 2019
SNA Radio
    Richterhammer (Symbolbild)

    „Nicht der schlimmste Fall": Deutscher Richter verharmlost Vergewaltigung

    © Sputnik / Maksim Bogodvid
    Panorama
    Zum Kurzlink
    11698
    Abonnieren

    Ein deutscher Richter hat Medienberichten zufolge die Strafe für einen Vergewaltiger aus Sachsen herabgesetzt. Das Argument: Es gäbe auch schlimmere Fälle.

    Samantha S. war Berichten zufolge im Juli 2017 von ihrem damaligen besten Freund vergewaltigt worden. Der Industriemechaniker machte damals seiner Verlobten einen Heiratsantrag. „Vier Tage später besuchte er Samantha S. bei ihr zu Hause. Dort passierte es: Andy S. legte sich auf sein Opfer und riss ihm die Kleidung herunter“, schreibt Heute.at.

    Vor Gericht habe die 26-Jährige erklärt, sie habe den Mann gebeten, dass er aufhören solle. Er habe aber einfach weitergemacht und sie vergewaltigt.
    Beim ersten Prozess im Sommer 2018 wurde der Mann zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt, ging jedoch in Berufung. Nun hat das Landgericht Zwickau die Strafe abgemildert: Richter Rupert Geußer zog Andy S. (32) die acht Monate ab, schreibt Heute.at weiter.

    „Es ist nicht der schlimmste Fall der Vergewaltigung, das wird das Opfer nicht trösten, aber wir verhandeln hier ganz andere Fälle", sagte der Richter demnach.

    Er begründete seine Entscheidung damit, dass der Täter „die Flucht nach vorn antrat“. Er hätte die Tat gestanden, das würde für ihn sprechen. Zudem sei ein„Drücken auf die Couch keine Gewalt“.

    Im Gespräch mit „Bild“ habe Samantha S. die Urteilsbegründung als „erniedrigend und verletzend“ bezeichnet, schreibt Heute.at. „Er hat das alles heruntergespielt und den Täter fast zum Opfer gemacht“, so die 26-Jährige. Dennoch sei sie froh darüber, dass ihr Peiniger die Haft antreten muss. Denn bislang sei sie im Ort als Lügnerin abgestempelt worden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Vergewaltigung, Deutschland