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23:48 23 Oktober 2019
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    Gedenkstätte am Ort des ehemaligen KZ Stutthof in Polen (Archivbild)

    Massenmord im KZ Stutthof: Ex-SS-Wachmann muss wohl nicht vor deutsches Gericht

    © AFP 2019 / KFP / Mateusz Ochocki
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    Der frühere SS-Wachmann Johann R. wird sich wegen seiner Beteiligung am Holocaust wohl keinem deutschen Gericht mehr stellen müssen, schreibt „Spiegel Online“. Denn der 95-jährige Angeklagte ist laut einer medizinischen Begutachtung weiterhin nicht verhandlungsfähig.

    R. hatte sich in Münster im vergangenen Jahr wegen seiner Rolle als SS-Wachmann im Konzentrationslager Stutthof in den Vierzigerjahren verantworten müssen. Insbesondere aufgrund einer schweren Herzerkrankung und damit einhergehender Einschränkungen sei er nicht mehr in der Lage, einem Strafprozess in angemessenem Maße zu folgen, schreibt das Magazin unter Berufung auf das Landgericht Münster. Eine endgültige Entscheidung der Kammer soll Mitte März 2019 fallen.

    Die Anklage wirft dem Mann aus dem westfälischen Kreis Borken Beihilfe zum Mord in Hunderten Fällen in dem deutschen Konzentrationslager bei Danzig von 1942 bis 1944 vor. Nach Angaben der für die Aufklärung von NS-Verbrechen zuständigen Zentralen Stelle in Ludwigsburg starben bis Kriegsende im KZ Stutthof und seinen Nebenlagern sowie auf den sogenannten Todesmärschen 65.000 Menschen.

    Wegen der schweren Herz- und Nierenerkrankung des Angeklagten hatte das Gericht bereits Mitte Dezember das Verfahren gegen den ehemaligen SS-Wachmann ausgesetzt.

    Der 95-jährige Angeklagte ist seit November verhandlungsunfähig und liegt im Krankenhaus. Der vom Gericht bestellte medizinische Gutachter hatte bereits am achten Verhandlungstag den Gesundheitszustand des Angeklagten geschildert, der sich in den vergangenen Wochen verschlechtert hätte. Es sei zwar möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich, dass sich der Mann wieder erhole, sagte der Arzt laut „Spiegel Online“.

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    Tags:
    Prozess, Konzentrationslager, SS, Polen, Deutschland