Widgets Magazine
20:18 23 September 2019
SNA Radio
    Panorama

    Eurovision Song Contest: Maruv wird nicht für die Ukraine auftreten – wieso?

    Panorama
    Zum Kurzlink
    61021
    Abonnieren

    Die ukrainische Sängerin Maruv, die im Finale des ukrainischen Vorentscheids für den Eurovision Song Contest 2019 in Israel gewonnen hat, wird die Ukraine bei der Veranstaltung jedoch nicht vertreten. Dies teilte die Nationale öffentliche Rundfunkgesellschaft der Ukraine mit.

    Die ukrainische Sängerin Anna Korsun, besser bekannt als Maruv, wird trotz ihres Sieges mit dem auf Englisch und Deutsch gesungenen „Siren Song“ (Sirenenlied) nicht nach Israel fahren.

    Was ist los?

    Die Nationale öffentliche Rundfunkgesellschaft der Ukraine nahm nach der Bekanntgabe der Ergebnisse des nationalen Vorentscheids für den Eurovision Song Contest 2019 eine zweitätige Pause, um die Entscheidung der Jury zu bestätigen. Zugleich musste die Sängerin einen Vertrag unterzeichnen, um für die Ukraine in Tel Aviv auftreten zu dürfen. Neben dem Verzicht auf die Konzerte in Russland darf sie demnach keine Kommunikation mit Journalisten haben und auf der Bühne nicht improvisieren. Darüber hinaus muss sie jegliche Forderungen und alle Weisungen der Nationalen öffentlichen Rundfunkgesellschaft der Ukraine befolgen.

    Auf der offiziellen Homepage der Behörde wurde am Montag eine Mittelung veröffentlicht, wonach es aus mehreren Gründen „keine Einigung“ in Bezug auf die Teilnahme von Maruv am Song Contest  gegeben habe. Unter anderem wurde demnach „keine gemeinsame Entscheidung bezüglich der Mission“ der Sängerin bei dem Contest gefunden.

    Die Behörde betonte dabei, dass ein Sänger, der das Land vertrete, als kultureller Botschafter der Ukraine gelte und die Meinung der ukrainischen Gesellschaft zum Ausdruck bringen müsse.

    „Die entstandene Situation um den diesjährigen nationalen Vorentscheid weist Merkmale einer Politisierung auf“, hieß es weiter.

    Maruv kommentiert

    In ihren sozialen Netzwerken schrieb die Sängerin, dass das Treffen mit den Vertretern der Nationalen öffentlichen Rundfunkgesellschaft der Ukraine circa sieben Stunden gedauert habe. Nach ihrem Sieg im Finale des ukrainischen Vorentscheids habe sie einen Vertrag unterzeichnen müssen:

    „(…) Der Verzicht auf die Konzerte in Russland war für uns nicht prinzipiell. Hauptdifferenzen wurden von anderen Vertragspunkten hervorgerufen, die, wenn ich sie unterzeichnet hätte, knechtend für mich gewesen wären.“

    Посмотреть эту публикацию в Instagram

    Сегодня наша встреча с НТКУ длилась около семи часов, в результате которой, мы так и не пришли к соглашению двух сторон. За несколько часов до жеребьевки меня попросили участвовать в Национальном отборе на «Евровидение – 2019». Я согласилась и выиграла, и с большой гордостью готова была представлять свою родную страну — Украину на международной песенной арене. Как ранее я говорила, отказ от концертов в России не был для нас принципиальным. Основные разногласия вызвали другие пункты договора, которые, если я подпишу, становятся для меня кабальными. Я — гражданка Украины, плачу налоги и искренне люблю Украину. Но не готова выступать с лозунгами, превращая свое пребывание на конкурсе в промо-акции наших политиков. Я — музыкант, а не бита на политической арене. Я искренне благодарю и ценю каждого, кто в меня верил и голосовал. И прошу вас принять этот факт и не идти на конфронтацию. Это данность сегодняшнего дня. Я хочу дарить свое творчество без цензуры. Завтра я проснусь с новыми силами — побеждать и популяризировать свою музыку в мире.

    Публикация от MARUV (@maruvofficial) 25 Фев 2019 в 8:56 PST

    „Ich bin eine Bürgerin der Ukraine, zahle Steuern und liebe die Ukraine aufrichtig. Doch ich bin nicht bereit, mit Losungen aufzutreten, die meine Anwesenheit beim Wettbewerb in eine Promo-Aktion unserer Politiker verwandeln“, schrieb Maruv weiter.

    „Ich bin Musikerin und kein Schläger in der politischen Arena“, fügte sie hinzu.

    Noch früher gab es einen weiteren Facebook-Beitrag von Maruv, in dem sie ausführlich über die Bedingungen des Vertrags schrieb. Darüber hinaus teilte sie mit, dass sie alle Fragen der Jury beantwortet habe. „Ich habe die Krim seit 2014 nicht besucht. Ich habe kein Gesetz der Ukraine verletzt.“ Sie verwies unter anderem darauf, dass sie neben zahlreichen Bedingungen im Vertrag mit ihr von der Nationalen öffentlichen Rundfunkgesellschaft „nichts“ bekomme: weder Finanzunterstützung noch Hilfe bei der Reiseorganisation.

    „Ich fühle den Druck! Ich sehe klare Versuche, mich zum Verzicht auf meine Vertretung des Landes beim Eurovision Song Contest 2019 zu zwingen“, schrieb die Sängerin.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Jury, Teilnahme, Eurovision Song Contest, Maruv, Israel, Ukraine