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06:11 22 September 2019
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    Ein Dieselauto in Essen (Archivbild)

    Wegen Diesel? Deutschland hält Rekordwert bei Feinstaub-Toten – Neue US-Studie

    © AP Photo / Martin Meissner
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    Die Gefahr von Feinstaub für die menschliche Gesundheit ist seit Längerem ein heißes Thema in nahezu allen entwickelten Staaten. Eine neue Studie aus den USA dürfte die Diskussionen noch weiter befeuern – vor allem in Deutschland.

    Wie Peter Mock, Direktor am International Council on Clean Transportation (ICCT), gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland aussagte, steche Deutschland unrühmlich hervor, wenn es um das Thema von Toten durch den Feinstaub geht.

    Er forderte daher niedrigere deutsche Grenzwerte für Feinstaub.

    „Es schockiert mich, dass Deutschland derart negativ hervorsticht. Unter den sechs Städten mit der weltweit höchsten Sterberate aufgrund von Luftverschmutzung liegen drei in Deutschland. Das muss sich ändern“, so Mock.

    Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie vom ICCT und der George Washington Universität (Washington D.C.) sowie der Universität Colorado Boulder (Denver) sterben nämlich in Deutschland rund 43.000 Menschen pro Jahr frühzeitig an den Folgen der Einwirkung von Feinstaub und Ozon.

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    13.000 Fälle davon würden dabei auf  Emissionen aus dem Verkehrsbereich entfallen.
    Weltweit liege die Zahl der Toten an den Folgen der Emissionen im Verkehrsbereich bei 385.000.

    In der Liste der 100 Großstädte mit der stärksten Luftverschmutzung würden dabei die Städte Mailand, Turin, Kiew, aber eben auch Stuttgart, Köln und Berlin die ersten Platzierungen belegen.

    Diese Metropolen weisen laut der Studie die höchste Zahl an frühzeitigen Todesfällen je 100.000 Einwohnern  im Zusammenhang mit Verkehrsverschmutzung auf.

    Wie Mock erklärt, liege das auch daran, dass der Anteil an Diesel-Fahrzeugen im Verkehr in Deutschland überproportional hoch liege.

    „Davon sind nicht nur die Ballungszentren betroffen. 2015 waren deutsche Diesel kaum mit Partikelfiltern ausgestattet“, betont der Experte.

    Gleichzeitig sieht er auch eine positive Entwicklung.

    „In zehn Jahren wird die Luft sauberer sein“, sagte er.

    Hierfür müssten sich aber auch die Grenzwerte für Feinstaub ändern. Derzeit lägen sie bei 25 Mikrogramm je Kubikmeter Luft. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfehle dagegen zehn Mikrogramm.

    „Der Durchschnitt in Deutschland betrug im Erhebungszeitraum 13 bis 14 Mikrogramm. Wir fordern, dass die deutschen Grenzwerte an die WHO-Empfehlung angepasst werden“, sagte der Fachmann.

    Im Moment habe Deutschland die weltweit höchste relative Sterberate in Folge von Emissionen aus dem Verkehr.

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    So läge die Bundesrepublik laut der Studie im weltweiten Vergleich zwar an vierter Stelle nach China, Indien und den USA bezogen auf die absolute Anzahl an frühzeitigen Todesfällen in Folge von Emissionen aus dem Verkehr.

    Doch unter Berücksichtigung der Bevölkerungszahl weise Deutschland mit 17 frühzeitigen Todesfällen je 100.000 Einwohnern weltweit sogar die höchste Sterberate auf.

    Diese Sterberate ist überproportional hoch – nämlich dreimal so hoch wie im globalen Durchschnitt und knapp 50 Prozent über dem Durchschnitt in der EU.

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    Tags:
    Feinstaub, Sterberate, Feinstaubbelastung, Grenzwert, Diesel, Emission, Studie, Gefahr, Tote, Köln, Stuttgart, Berlin, Deutschland, USA