19:00 18 April 2019
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    Doubles von Kim Jong-un und Donald Trump in Hanoi

    Chemie zwischen Politikern: „Gott hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben“ heute

    © REUTERS / Jorge Silva
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    Liudmila Kotlyarova
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    Chemie. Bei manchen Menschen gibt es sie, bei anderen nicht. Bei Politikern lässt sie sich zwar zum Manipulieren nutzen, jedoch kann ein wahres Gefühl nicht vorgetäuscht werden. Trump und Kim Jong-un, Merkel und Macron, Putin und Blumenstrauß-Aktionen. Was steckt dahinter? Sputnik wagt einen Einblick ins Intimste.

    „Komm, schöne Katze, an mein Herz, doch ziehe ein die scharfen Klauen“. (c) Charles Baudelaire, französischer Dichter

    Friede, Freude, Eierkuchen? Keinesfalls. Nun wird bekannt, dass Donald Trump und Kim Jong-un bei ihrem zweitägigen Gipfel in Hanoi doch keine Einigung erzielt haben. Eine gemeinsame Pressekonferenz wird es nicht geben, auch ist ein ursprünglich geplantes gemeinsames Mittagessen gestrichen worden. Was ist geschehen? Noch gestern führten beide Staatschefs ein sehr gutes und konstruktives Treffen, wie das US-Präsidialamt kommentierte.

    Kurz zuvor hatte der US-Präsident Donald Trump sein offenbar langjähriges Freundschaftsgefühl gegenüber dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-un zugegeben, indem er Kim ‚seinen Freund‘ nannte. „Nordkorea wird sehr schnell florieren, wenn es denuklearisiert“, schrieb Trump auf seinem Twitter. „Das Potenzial ist riesig, eine großartige Gelegenheit für meinen Freund Kim Jong-un wie noch keine andere in der Geschichte“. Und was geschah? Kim bestätigte seine Bereitschaft zur Denuklearisierung der Korea-Halbinsel.

    Im September 2018 hatte Trump die Weltöffentlichkeit damit überrascht, dass er offen von seiner Verliebtheit in Kim sprach.

    „Ich war hart, so wie er, wir traten vorwärts und rückwärts und verliebten uns dann ineinander. Er hat mir wunderschöne Briefe geschrieben, ausgezeichnete Briefe“, teilte der US-Staatschef seinen Unterstützern in West Virginia mit.

    Gleichzeitig bemerkte er scherzhaft, die Medien würden seine Worte erneut falsch interpretieren und sie als „nicht präsidentisch“ bezeichnen.

    Im Juni 2018, beim Gipfel in Singapur,  nannte Trump „seinen Freund“ Kim einen großen Verhandler und drückte sein Vertrauen in die Denuklearisierung Nordkoreas aus. „Wir haben eine gute Chemie. Wir kommen gut miteinander aus. Er ist ein kluger, solider Kerl. Er ist ein großartiger Verhandler”, so Trump.

    Im September 2017 dagegen hatte er Kim Jong-un einen „Raketenmann" genannt und versprochen, mit ihm abzurechnen. „Die USA können den ‚verrückten Kerl‘ nicht tolerieren, der überall Raketen abfeuert“, sagte damals Trump.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (r.) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (Archivbild)
    © AP Photo / Martin Meissner
    Bundeskanzlerin Angela Merkel (r.) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (Archivbild)
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    Unis.

    Публикация от Emmanuel Macron (@emmanuelmacron) 10 Ноя 2018 в 8:33 PS

    Bei Angela Merkel und Emmanuel Macron scheint es eine andere Art von Verbundenheit zu geben, aber eine ebenfalls widersprüchliche. Mal bekennen sie sich zu tiefer Freundschaft, mal distanzieren sich voneinander wie Rivalen. Am 11. November bei der feierlichen Veranstaltung zum 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris kuschelten sich die beiden jedoch aneinander und führten einander an der Hand, so dass eine ältere Französin sie für ein Ehepaar gehalten hatte.

    „Oh, sind Sie Madame Macron?“, wandte sich eine 100-jährige Dame an die Kanzlerin. Merkel korrigierte höflich auf Deutsch: „Deutsche Bundeskanzlerin“. Die Französin war jedoch zuversichtlich, dass sie mit der First Lady von Frankreich sprach, und stellte ihre Frage erneut.

    Beim Finale der Fußball-WM 2018 in Moskau richteten sich die Blicke nicht nur auf den Ball, sondern auch auf das harmonische Miteinander zwischen Macron und der kroatischen Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarović. Sie tauschten lange Handschläge, Küsse auf die Wange, sinnliche Blicke und andere Nettigkeiten aus. Im Internet wünschten ihnen zahlreiche Beobachter gemeinsames Glück, Liebe und feste Beziehungen. Allerdings sollte dies alles eher nach einem gut gelungenen entspannten Abend aussehen, — im Rückblick auf das angespannte Auftreten der beiden Meisterkandidaten war auch eine gewisse Spannung zwischen ihren Staatschefs zu vermuten.

    Kurz vor dem Spiel hatte sich die kroatische Staatschefin mit dem russischen Präsidenten im Kreml getroffen. Sie schenkte ihm ein Trikot der kroatischen Nationalmannschaft mit dem Namen des Präsidenten in der Hoffnung, er würde am Abend ihr Land unterstützen. Eine diplomatische Geste, der Putin allerdings in seiner Art zuvorgekommen war.  

    Er schenkt nämlich allen Frauen in der Weltpolitik beim Treffen einen Blumenstrauß. Auch die kroatische Staatschefin war keine Ausnahme. Dies kommentierte einmal der Ex-Chef des Protokolls des Präsidenten Russlands, Wladimir Schewtschenko. Dies sei kein Verstoß gegen das diplomatische Protokoll und allgemein ein Zeichen der Aufmerksamkeit und das akzeptierte Verhalten russischer Männer. Eine hysterische Reaktion folgte allerdings auf den letzten Blumenstrauß Putins für Angela Merkel, aus dem „Die Bild“ einen Skandal machte

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    • Kroatiens Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarović (l.) wird von Wladimir Putin im Kreml empfangen (Archivbild)
      Kroatiens Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarović (l.) wird von Wladimir Putin im Kreml empfangen (Archivbild)
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    • Die kroatische Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic (l.) und Russlands Präsident Wladimir Putin
      Die kroatische Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic (l.) und Russlands Präsident Wladimir Putin
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    • Russlands Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel, 2018
      Russlands Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel, 2018
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    • Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin, 2008
      Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin, 2008
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    Kroatiens Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarović (l.) wird von Wladimir Putin im Kreml empfangen (Archivbild)

    Im Mai 2018 hatte Putin der deutschen Kanzlerin ebenfalls einen Blumenstrauß überreicht. „Was höflich aussieht, ist in Wahrheit ein Affront“, hetzte die Springerpresse, denn „die führenden Weltpolitiker sollten sich die Hände schütteln und keine Blumen schenken“. Laut der Zeitung war der Strauß nötig, um Merkel daran zu erinnern, dass sie eine Frau sei.

    Eigentlich nennen die Floristen die Art solcher Blumensträuße „Hochzeitsblumen”“ wegen der leichten und blassrosa Rosen, Eustoma und Pfingstrosen, die da dominieren. Eine Hülle aus neutralem Grün wird ausgewählt, um die Ästhetik der Komposition zu betonen. Weiße Blumen verkörpern Reinheit, Unschuld und wahre Liebe. Die rosafarbene Farbe dagegen symbolisiert einen Neubeginn in Beziehungen und einen Hinweis auf eine schnelle Versöhnung, dabei werden Pfirsichblüten häufig zu Ehren des erfolgreichen Abschlusses von Geschäften präsentiert.

    Vor zehn Jahren hatte Putin Merkel allerdings einen auffälligen Blumenstrauß zum Weltfrauentag geschenkt. Beim Treffen in Nowo-Ogarjowo soll eine exotische Zusammensetzung aus absolut nicht saisonalen Blumen die deutschen Kanzlerin stark beeindruckt haben. Das sehr exotische Bouquet aus Orchideen, Anthurien, Hortensien, Flieder, Gloriosa und Pfingstrosen kontrastierte stark mit Merkels strengem Outfit. Damals hatte die teure, helle und feminine Komposition bei den Gelegenheitsanwälten für die Frauenrechte allerdings keine negativen Emotionen ausgelöst.

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    Die roten Anthurien, die den Blumenstrauß dominierten, werden den Floristen zufolge als helle, ungewöhnliche und vor allem eine Männerblume wahrgenommen und normalerweise Arbeitskollegen, Chefs, offiziellen Delegationsmitgliedern oder Frauen mit einer glänzenden Persönlichkeit präsentiert. Ob Wladimir Putin das wusste?

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    Tags:
    Öffentliche Diplomatie, Denuklearisierung, Vertrauen, Freundschaft, Chemie, Manipulationen, Nationalmannschaft, Liebe, Beziehungen, Raketen, Fußball-WM 2018, Nordkorea-Gipfel, Kim Jong-un, Kolinda Grabar-Kitarović, Donald Trump, Emmanuel Macron, Angela Merkel, West Virginia, Singapur, Hanoi, Kroatien, Nordkorea, USA, Moskau