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11:21 18 Juli 2019
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    Jagdflugzeug des Typs MiG-21 indischer Luftstreitkräfte (Archivbild)

    Russische Kampfflieger zum Luftgefecht über Kaschmir zwischen MiG-21 und F-16

    © AFP 2019 / Manjunath Kiran
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    Nikolaj Jolkin
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    Luftgefechte von solchem Umfang hat es lange Zeit nicht mehr gegeben: acht indische (vier Su-30 russischer Produktion, zwei französische Mirage 2000 und zwei noch aus der Sowjetzeit stammende MiG-21) gegen 24 pakistanische Kampfflugzeuge (acht amerikanische F-16, vier französische Mirage-3 und vier chinesisch-pakistanische Maschinen JF-17 Thunder).

    Bei den anderen an dem Gefecht am 27. Februar beteiligten pakistanischen Maschinen konnten die Experten das Modell nicht feststellen. Es soll sich aber um Begleitflugzeuge gehandelt haben. Eine MiG wurde letztendlich abgeschossen.

    Die indischen Luftstreitkräfte teilten mit, auch eine pakistanische F-16 abgeschossen zu haben. Einzelheiten des Luftgefechts wurden im Vorfeld der Rückkehr des Kommandeurs der Jagdfliegergruppe der indischen Luftstreitkräfte, Abhinandan Varthaman, bekannt, der die pakistanische F-16 verfolgt und sie mit einer Luft-Luft-Rakete beschossen hatte, wodurch er sich allerdings einem Angriff aussetzte. Der indische Flieger sah sich gezwungen, sich aus der angeschossenen und brennenden Maschine zu katapultieren, und landete dann schon auf pakistanischem Boden.

    Der Kunstfluglehrer für Strahlflugzeuge Andrej Krasnopjorow erklärte in einem Interview für russische Medien, es habe ihn nicht verwundert, dass die einzige von den indischen Luftstreitkräften verlorene Maschine eine MiG-21 war. „Es ist ein Flugzeug noch aus der Sowjetzeit. Das Flugzeug ist schon zuverlässig, stand aber an flugtechnischen Eigenschaften und elektronischer Ausstattung den übrigen Gefechtsteilnehmern inzwischen bedeutend nach.“

    Zwar sei es ein Überschallflugzeug, erläutert der Experte, übrigens das weltweit erste in dieser Klasse, doch könne es einige Kunstflugfiguren der moderneren Su-30 nicht nachmachen. „Ich verstehe schon etwas von Luftgefechten, aber in diesem Fall bestimmt die Anzahl der beteiligten Maschinen nicht die der abgeschossenen Luftfahrzeuge. Dabei zeugt die Vernichtung der MiG-21 lediglich davon, dass diese am wenigsten geschützt war.“

    >>>Mehr zum Thema: Abschuss von indischem Kampfjet über Kaschmir auf VIDEO eingefangen<<<

    Krasnopjorow sagt weiter: „Im Unterschied dazu können die Su-30-Jäger die kompliziertesten Kunstflugfiguren ausführen, Rettungsmanöver fliegen, um Raketen auszuweichen, indem sie Täuschkörper abwerfen. Dies war auch bei dem Gefecht entscheidend. Im Luftkampf sind die Qualität der Maschine, mit der man fliegt, d. h. ihre Funktionalität und Möglichkeiten weitgehend maßgeblich. Gewiss ist die MiG-21 eine gute Maschine. Ihre Zeit ist aber vorbei. Es ist die Zeit der vierten und fünften Generation, etwa der Su-30, gekommen.“

    „Sie können kurze Wenden fliegen“, so der Experte, „allerlei Drehmanöver machen, deshalb sind sie viel schwieriger herunterzuholen — was in diesem Gefecht auch demonstriert wurde. Die pakistanischen F-16 konnten nur die altersschwache MiG abschießen, weiter nichts. Dies spricht dafür, dass es den pakistanischen Fliegern einfach nicht gelungen ist, mit ihren amerikanischen Flugzeugen die russischen Su ‚auszumanövrieren‛.“

    Krasnopjorow erinnert daran, dass sich ein modernes Luftgefecht sehr stark von den früheren Nahkämpfen unterscheidet. Zurzeit wird aus kolossalen Entfernungen mit Luft-Luft-Raketen gekämpft, daher hat es keinen Sinn, dem Gegner in den Rücken zu fallen und ihn aus geringer Entfernung mit den Bordkanonen zu beschießen. Jetzt entdecken alle Piloten den Gegner mit Ortungsgeräten, auch der Raketenabschuss wird sofort registriert — der Flieger hat nur zu manövrieren, um Raketen auszuweichen.

    Der Pilot spiele allerdings auch eine große Rolle, merkt der Experte an. „Wären die Su-30 von Russen geflogen worden, so wären die F-16 einfach nicht heimgekehrt. Auf den Pilotensitzen saßen aber Inder und Pakistaner, deren Kampferfahrung vorläufig nicht ausreicht.“

    >>>Mehr zum Thema: „Verrückter“ Flug einer sowjetischen MiG-21 fasziniert US-Rüstungsexperten – VIDEO<<<

    Wie es herausstellte, ignorierte der Pilot des indischen Jagdflugzeugs die Warnungen der übrigen Maschinen des Geschwaders, es gäbe pakistanische Jagdflugzeuge in der Luft, und griff die pakistanischen Bomber mit Raketen an. Die pakistanischen F-16 reagierten darauf mit dem Abschuss von zwei Raketen. Der indische Jäger führte ein Ausweichmanöver aus, wurde aber von der zweiten Rakete getroffen.

    Den Verlauf des Gefechts kommentierte auch ein erfahrener Kampfflieger, General Wladimir Popow: „All die beteiligten Maschinen sind an sich gut. Fragt sich nur, von wem sie pilotiert wurden und welche Art Gefecht es war. Die Flieger griffen zunächst Bodenziele an, darüber hinaus kam es zu einem Zusammenstoß in der Luft, der sich als zufällig bezeichnen lässt. Da hängt mehr von dem Flieger als von dem Flugzeug ab. Jedenfalls ist die moderne russische Technik weniger anfällig und eignet sich besser für Kampfzwecke.“

    Der Militärexperte glaubt, die indische Seite habe sich in diesem Fall trotzdem besser bewährt, „wenngleich auch die pakistanischen Luftstreitkräfte ziemlich gut ausgebildet sind. Es wäre verfrüht, von einem Sieg der einen Seite über die andere zu sprechen. Der Konflikt ist von überraschenden Ereignissen provoziert worden. Es geht hier um ein zufällig entstandenes Feuergefecht. Ob es aber eine Fortsetzung bekommt, liegt an der politischen Führung beider Staaten und sicher auch an ihren Kriegsplänen.“

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    Tags:
    Luftkampf, Kampfpilot, Jagdflugzeug, Kampfjet, MiG-21, Su-30, F-16, Kaschmir, Kashmir, Pakistan, Indien