03:46 15 November 2019
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    Ist Dicksein doch gesund? Forscher finden unerwarteten Nutzen in Fettleibigkeit

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    Wer eine Menge Fett im Körper hat, hat möglicherweise bessere Chancen einen Schlaganfall zu überleben. Das haben Forscher der University of California Los Angeles herausgefunden, meldet die American Academy of Neurology (AAN).

    Die Mediziner stießen demnach nicht zum ersten Mal auf das sogenannte Fettleibigkeitsparadoxon. Die Wissenschaft versteht darunter, dass Übergewicht nicht zwingend nur eine Bedrohung für die Gesundheit des Organismus (Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes, ein erhöhtes Risiko für Krebsentwicklung usw.) ist, sondern in einigen Fällen auch ihr Schutz.

    „Zuvor war bemerkt worden, dass Übergewicht eine positive Rolle beim Überleben der Menschen spielt, die an Nieren- und Herzerkrankungen litten. Daher haben wir beschlossen, zu klären, ob dies auch mit der Verbesserung des Überlebensgrades bei einem Schlaganfall verbunden sein könnte“, sagt der Autor der Studie, Zuolu Liu.

    Das Forschungsteam führte ein Experiment durch. Sie beobachteten im Laufe von drei Monaten den Zustand von 1033 Menschen (im Durchschnittsalter von 71 Jahren). Alle hatten zuvor einen ischämischen Schlaganfall erlitten, bei diesem ist die Blutströmung in einem Teil des Gehirns blockiert. Die Teilnehmer wurden dabei nach ihrem Gewicht (Body-Mass-Index — kurz BMI) in fünf Gruppen aufgeteilt.

    Dicke leben nach Schlaganfall länger

    Es zeigte sich, dass die Patienten mit großer Fettleibigkeit um 62 Prozent seltener an den Folgen des Schlaganfalls gestorben seien als die mit einem normalen Gewicht. Die Fettleibigkeit habe die Überlebenschance um 46 Prozent erhöht.

    Umgekehrt seien Menschen mit geringem Gewicht um 67 Prozent häufiger gestorben als Menschen mit Normalgewicht. Diese Ergebnisse wurden errechnet, nachdem die Wissenschaftler andere Faktoren berücksichtigt hatten, die die Werte des Überlebensgrades bewirken könnten – wie beispielsweise Blutdruck, hoher Cholesteringehalt oder Rauchen.

    Für die Forscher bestehe eine mögliche Erklärung darin, dass Menschen mit Übergewicht oder mit Fettleibigkeit einen Vorrat von Nährstoffen haben könnten, der ihnen während einer langwierigen Krankheit beim Überleben helfe.

    Die Wissenschaftler gestehen, dass zusätzliche Studien notwendig seien, um glaubwürdige Ergebnisse über den Zusammenhang zwischen dem Gewicht (BMI) und dem Sterblichkeitsgrad nach einem Schlaganfall zu erhalten.

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    Tags:
    Überlebenschance, Fettleibigkeit, Nutzen, Übergewicht, Schlaganfall, American Academy of Neurology (AAN), University of California in Los Angeles, Zuolu Liu, USA