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11:57 21 August 2019
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    „Seltenes Glück“: Expertin kommentiert zweite HIV-Heilung in der Geschichte

    © Sputnik / Sergei Veniavskiy
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    Der zweite Patient in der Geschichte kann laut der Zeitung „The New York Times“ von HIV geheilt werden. Die leitende Expertin des föderalen AIDS-Zentrums hat diese Informationen in einer Sendung von Radio Sputnik kommentiert.

    Demzufolge wird der  sogenannte „Londoner Patient“, dessen Name geheim gehalten ist, die zweite Person nach dem „Berliner Patienten“ Timothy Ray Brown sein, der vor 12 Jahren seine  HIV-Infektion völlig auskurierte. Beide Patienten wurden einer Knochenmarktransplantation unterzogen.

    Ein Mann mit einer Mutation namens CCR5,  die den Körper gegen HIV immun machen soll,  soll für den „Londoner Patienten“ der Spender gewesen sein.  Im Mai 2016 wurde eine Knochenmarktransplantation vorgenommen. Seit September 2017, also mehr als eineinhalb Jahre lang, hat der „Londoner Patient“ keine Anti-Retroviren-Präparate mehr eingenommen. Nach Angaben der Ärzte konnten jetzt in seinem Blut keine Viruspartikel mehr nachgewiesen werden. Dies berechtigt zu der Behauptung, dass der Patient von HIV geheilt sei.

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    Die leitende Expertin des föderalen AIDS-Zentrums in Russland, Natalja Ladnaja, ist aber hinsichtlich dieser Nachrichten skeptisch:

    „Natürlich können wir uns für einen bestimmten Patienten freuen. Aber wir haben nichts Neues über die Heilung gelernt. Schon vorher wussten wir, dass eine Knochenmarktransplantation von einem Spender mit CCR5 (ein Gen, das verhindert, dass sich das Virus mit Zellen verbindet und dort vervielfältigt) theoretisch möglich ist, aber es ist äußerst schwierig, dies zu erreichen. Sowohl im ersten als auch im zweiten Fall handelt es sich um Personen mit ziemlich schweren onkologischen Erkrankungen, die sich einer Knochenmarktransplantation unterzogen haben. Es ist nicht leicht, einen Spender zu finden — eine Transplantation wird in der Regel von Verwandten gemacht. In diesem Fall  jedoch wurde ein geeigneter Spender gefunden, der auch eine genetische Mutation hatte, die mit der HIV-Immunität verbunden ist. Das ist ein seltenes Glück“, sagte Ladnaja.

    Ihrer Meinung nach bewegt sich die Wissenschaft nun in Richtung einer Veränderung des menschlichen Genoms im Kampf gegen HIV.

    „In vielen Ländern arbeiten wissenschaftliche Gruppen jetzt daran, Impfstoffe zu entwickeln. Forscher versuchen, das einflussreiche menschliche Genom so zu verändern, dass sich Menschen nicht mit einer HIV-Infektion infizieren oder bei einer HIV-Infektion nicht krank werden. Die Wissenschaft entwickelt sich hauptsächlich in diese Richtung", stellte die Expertin fest.

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    Tags:
    Knochenmarkspenden, Heilung, HIV