23:41 20 November 2019
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    Hayabusa2 beim Asteroid Ryugu

    Hayabusa 2: Japanische Raumsonde führt Asteroiden-„Bombardement“ durch – VIDEO

    © AP Photo / JAXA
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    Die japanische Raumsonde Hayabusa 2 ist auf der Oberfläche des Asteroiden Ryugu gelandet und hat eine Tantalkugel darauf abgefeuert. Das entsprechende Video ist auf der Webseite der Asteroidenmission veröffentlicht.

    „Unsere aktuellen Daten zeigen, dass wir während des letzten Manövers ausreichend Material gesammelt haben. Ein erfolgreicher Abschluss der ersten Landung bedeutet, dass die zweite Landung von Hayabusa 2 auf dem Asteroiden schon nach dem Experiment zur Schaffung eines Kraters auf seiner Oberfläche, neben ihm oder auch in dessen Inneren erfolgen wird, sofern die Bedingungen dies zulassen werden“, heißt es in einer Mitteilung des wissenschaftlichen Teams der Mission.

    Auf dem Video, das von der CAM-H-Kamera aufgezeichnet wurde, ist es zu sehen, dass der erste Teil dieser Aufgabe – das „Bombardement“ des Asteroiden und die Sammlung des Sprengmaterials – Ende Februar erfolgreich erfüllt worden war, als Hayabusa 2 auf dem Punkt L08E1 absetzte und auf ihn eine fünf Gramm schwere Tantalkugel  abfeuerte.

    Der nächste Schritt im wissenschaftlichen Programm der Raumsonde sei es, einen stärkeren Sprengkörper auf die Oberfläche des Asteroiden Ryugu abzuwerfen. Ursprünglich hätten die Missionsteilnehmer geplant, eine erneute Landung durchzuführen, bevor sie mit diesem Experiment beginnen würden. Jedoch hätten die CAM-H-Bilder sie gezwungen, diese Idee aufzugeben.

    Eine solche Entscheidung sei aus zwei relativ unterschiedlichen Gründen getroffen worden. Einerseits habe Hayabusa 2 bereits ziemlich viel Staub von der Oberfläche des Asteroiden gesammelt, und eine zweite Annäherung daran würde ein ungerechtfertigtes Risiko für die Piloten der Mission darstellen.

    Zweitens hätten die Missionsmitglieder bemerkt, dass die im unteren Teil des Geräts installierten optischen Sensoren ungenügend Licht bei der Annäherung an Ryugu erhielten. Dies könne das Funktionieren der Sonden-Navigationssysteme beeinträchtigen und andere, möglicherweise fatale Probleme verursachen. 

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    Daher habe sich die Missionsleitung dafür entschieden, zunächst ein Experiment zum Abwurf eines „Sprengstoffpakets“ auf den Asteroiden durchzuführen. Und erst dann würden sie entscheiden, ob es sich lohne, das Gerät erneut einer Gefahr auszusetzen, um tiefe Bodenproben von der Asteroiden-Oberfläche zu sammeln.

    Aktuelle Planungen der Wissenschaftler sähen vor, dass das Sprengstoffpaket Anfang April auf die Oberfläche des Asteroiden abgeworfen werde. Und die zweite Landung, falls sie als risikofrei gelten werde, werde ungefähr im Mai oder Juni stattfinden. Im November solle Hayabusa 2 den Asteroiden Ryugu verlassen und zur Erde zurückkehren.

    Die Asteroidenmission Hayabusa 2 war im Dezember 2014 gestartet. Unter anderem erhoffen sich die Wissenschaftler dadurch Erkenntnisse über das ursprüngliche Baumaterial unseres Sonnensystems.

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    Mission, Raumsonde, Asteroid, Japan