08:36 24 April 2019
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    USA wollen Fische und Garnelen zur Ortung von U-Booten nutzen

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    Die Defence Advanced Research Projects Agency beim US-Verteidigungsministerium (DAPRA) startet ein neues Projekt zur Ortung von U- Booten mit Hilfe der Meeresfauna. Dies berichtet das US-Magazin „Popular Mechanics“.

    DAPRA beabsichtigt, das Verhalten von Meerestieren, einschließlich Fische, Garnelen und sogar Plankton, zu studieren, um diese für die Ortung von allerleisesten U-Booten zu verwenden.

    Es existieren zwei Methoden der Ortung von U-Booten: mit Hilfe von aktiven und passiven Unterwasserschallortungsgeräten. Im ersten Fall wird ein Reflexionsimpuls oder zerstreutes Signal von dem in der Tiefe liegenden Objekt gebraucht, das in seine Richtung geht. Im zweiten Fall wird das Ziel aufgrund der Schallzeichen entdeckt, die das Objekt der Beobachtung selbst ausstrahlt.

    Die dritte Variante, die DAPRA erwägt, erinnert teilweise an eine passive Sonaranlage. Sie wurde PALS – Persistent Aquatic Living Sensors benannt. Meerbarsche (Goliath) stoßen laute Töne hervor, die an Bellen erinnern: man kann sie hören und spüren. Wenn ein U-Boot zum Beispiel einen Fischzug stört und ihn zum „Bellen“ zwingt, kann die Sonaranlage diese Laute einfangen – wie leise das U-Boot auch sein sollte.

    Das PALS-Programm ist für vier Jahre berechnet. Es bezieht Fachleute aus den Bereichen der Biologie, der Chemie, der Physik, des rechnergestützten Lernens, der Analytik, der Meereskunde, der Mechanik, der Elektrotechnik und der Funkermittlung mit ein. Zurzeit beteiligen sich am Projekt fünf Teams.

    Eines von ihnen studiert die Möglichkeiten der Verwendung von Schnalzgarnelen (Krebse-Schnellkäfer): Fachleute behaupten, dass es gigantische Schwärme davon gebe – die allerlautesten liegen auf dem Ozeanboden, sie können sogar die Unterwasserschallortungsgeräte taub machen. Die Wissenschaftler wollen die Reflexion dieser Laute von den U-Booten nutzen.

    Zur Erhöhung der Genauigkeit des Funktionierens dieses Systems werden Grundsätze des rechnergestützten Lernens gebraucht, um die Veränderungen der im Fall einer U-Boot-Invasion von den Garnelen hervorgestoßenen Laute zu fixieren und diese von ihrem natürlichen Schallhintergrund zu unterscheiden.

    PALS habe seine Vor- und Nachteile. Die Idee selbst ist neu und ziemlich billig: Die Nutzung der vorhandenen Möglichkeiten der Unterwasserwelt würde die Steuerzahler nichts kosten. Doch die Veränderungen des Klimas und der Meeresfauna in absehbarer Zeit könnten dieses Projekt zunichtemachen. So sei beispielsweise der Meerbarsch-Goliath in den Gewässern des Atlantiks bereits am Rande des Aussterbens.

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    Tags:
    Unterwasserschallortungsgeräte, Reflexionsimpuls, Fische, Sonar, Garnelen, Ortung, Popular Mechanics, Defense Advanced Research Projects Agency“ (DAPRA), US-Verteidigungsministerium, USA