23:05 19 April 2019
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    Ein Air Berlin-Flugzeug im August 2017 über Berlin

    Nach Air-Berlin-Pleite: Sachwalter Flöther bekommt 22 Millionen Euro

    © Sputnik / Tilo Gräser
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    Vor etwa eineinhalb Jahren ist Air Berlin insolvent gegangen. Der Anwalt Lucas Flöther soll nun für seine Tätigkeit als Sachwalter 22 Millionen Euro erhalten. Zwar ist das Geld gesetzlich geregelt und gerichtlich abgesegnet, dennoch hat die Summe eine Welle der Empörung ausgelöst.

    Direkt nach der Insolvenz von Air Berlin ist Sachwalter Lucas Flöther als Sanierungsexperte tätig geworden. Nun soll er für die ersten Monate bei der insolventen Fluglinie rund 22 Millionen Euro bekommen.

    Die Geldsumme ist ihm vom Amtsgericht Charlottenburg aus der Insolvenzmasse zugesprochen worden, wie der Jurist am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

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    Die Vergütung ist gesetzlich geregelt und deckt Flöthers Zeit als Sachwalter bei Air Berlin zwischen August 2017 und Januar 2018. Mittlerweile arbeitet er den Fall als Insolvenzverwalter ab.

    Trotz der gesetzlichen Regelung hat die Vergütung eine Empörungswelle in der Bevölkerung wie auch unter einigen Politikern ausgelöst.

    Teilweise zeigt sich Flöther dafür verständlich.

    „Das ist ein Betrag, der dem Großteil der Bevölkerung natürlich erstmal sehr hoch erscheinen muss", räumt er ein.

    Dennoch relativiert er das zugleich. Die Summe ergebe sich aus der gesetzlichen Regelungen. Zudem würden ja diese Millionen nicht nur seine eigene Arbeit, sondern auch die seiner Mitarbeiter decken – von diesen habe er nämlich 150.

    Zudem sei die Arbeit direkt nach dem Insolvenzantrag „sehr intensiv“ gewesen, so Flöther.

    Auch der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Insolvenzverwalter, Daniel Bergner, stützt Flöther.

    „Der Verwalter wird immer aus der Insolvenzmasse bezahlt, weil er im staatlichen Auftrag arbeitet.“

    Bei der Berechnung der Summe würden dabei Zuschläge für komplexe Verfahren, etwa wenn viele Mitarbeiter, Tochtergesellschaften und Auslandsaktivitäten zu betreuen sind, berechnet.

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    In diesem Zusammenhang habe Flöther bei Air Berlin sogar weniger beantragt, als ihm maximal zugestanden hätte.

    Unterdessen hat der Linken-Verkehrspolitiker im Bundestag, Jörg Cezanne, die Vergütung dennoch deutlich kritisiert.

    „Da etliche Flugreisende im Insolvenzverfahren leer ausgehen werden, ist diese Summe niemandem zu vermitteln." 

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    Tags:
    Empörung, Vergütung, Verwalter, Pleite, Insolvenz, Air Berlin