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02:51 23 Juli 2019
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    Bundestagsgezwitscher

    Macrons Appell, Internationaler Frauentag und ganz viel Karneval – Twitter-Gewitter

    © Sputnik / Ewgenija Tschessnokowa/ Illustration
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    Ilona Pfeffer
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    Mal weniger Politik und mehr Kamellen – so oder so ähnlich könnte man die zurückliegende Woche der Abgeordneten auf Twitter beschreiben. Jede Menge bunte Karnevalsbilder und die politischen Themen, die am Rande des närrischen Treibens Gehör fanden, sehen Sie im Bundestagsgezwitscher der Woche.

    Liebe Leser und vor allem die Karnevalsmuffel unter Ihnen, diese Woche müssen Sie bei unserem Twitter-Gewitter aus dem Bundestag ganz stark sein. Denn was sich über die letzten Wochen und Monate ankündigte, wird zum Finale der Fünften Jahreszeit nun klar ersichtlich: Auch Bundestagsabgeordnete können närrisch sein.

    So überrascht es nicht, dass am Rosenmontag statt politischer Diskussionen buntes Karnevalstreiben das Twitter-Universum des Bundestags bestimmt. Gut, so ein bisschen politische Botschaft ist dann doch dabei. Die Einen thematisieren den Hambacher Forst…

    …Andere posten Bilder von einem Motivwagen, der AfD-Politiker Björn Höcke als Baby von Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels zeigt.

    Und wieder andere sehen in Karnevalsliedern eine Bestätigung dessen, dass zwei Geschlechter völlig ausreichend sind.

    Einige wenige bemerken durch die “Helau und Alaaf”-Rufe hindurch, dass in Estland Wahlen stattgefunden haben. Interessant, dass sowohl Christian Lindner (FDP) als auch Goetz Frömming (AfD) sich mit der Estnischen Reformpartei von Katja Kallas offenbar verbunden fühlen.

    Am Dienstag macht Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit einem offenen Brief von sich reden, den er in allen EU-Mitgliedsländern veröffentlichen lässt. Seine Vorschläge, wie man die EU reformieren sollte, gehen auch an unseren Abgeordneten nicht unbemerkt vorbei. Als Europapolitiker von Rang muss natürlich Martin Schulz (SPD) etwas dazu sagen:

    Als Weckruf an die GroKo will FDP-Vorsitzender Christian Lindner Macrons Appell verstanden haben.

    CSU-Politiker Volker Ullrich scheint Macrons Offener Brief am besten gefallen zu haben.

    So, und jetzt wieder zum Fasching, wie sollte es anders sein. Denn am Dienstag wird eine Hamburger Kita quasi über Nacht berühmt, weil sie Eltern ans Herz legt, bei der Kostümwahl für ihre Kleinen kultursensibel vorzugehen und auf Verkleidungen wie beispielsweise das Indianer-Kostüm zu verzichten.  Diktatorisch findet das AfD-Politiker Dirk Spaniel.

    Und auch der Staatssekretär für Bau und Heimat, Marco Wanderwitz (CDU), findet nichts Falsches an Winnetou & Co. und sagt: „Manche Leut haben wirklich einen Knall“.

    Zum politischen Aschermittwoch sind bei unseren Abgeordneten offenbar endgültig die Schranken gefallen und es wird munter in alle Richtungen geschimpft.

    Am Donnerstag wird sich im politischen Berlin schon kräftig auf Freitag eingestimmt, denn da ist 1. Internationaler Frauentag und 2. Seit diesem Jahr und nur in Berlin offizieller Feiertag.

    Und wenn jemand etwas gegen Gendersternchen und Binnen-“I” hat, dann hat er/sie es eben nicht begriffen…

    Mit diesem Ausblick verabschieden auch wir uns in ein langes Berliner Wochenende dank Feiertag und rufen denen, die morgen arbeiten müssen, zu: Trösten Sie sich, auch mit dem Internationalen Frauentag hat Berlin so wenige Feiertage im Jahr wie kaum ein anderes Bundesland.

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    Tags:
    GroKo, Karneval, AfD, EU, Twitter, Emmanuel Macron, Martin Schulz, Christian Lindner, Joseph Goebbels, Adolf Hitler, Björn Höcke, Deutschland