16:27 22 April 2019
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    Sammlung der Ausstellungsexemplare „Krim: Gold und Geheimnisse des Schwarzen Meeres“

    Kampf um Skythen-Gold: Museen der Krim geben vor Gerichtsverfahren Erklärung ab

    © AP Photo / Peter Dejong
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    Das Berufungsgericht Amsterdam beginnt am Montag mit der Behandlung der Appellation von vier Museen der Halbinsel Krim in Bezug auf die sogenannten Skythen-Gold-Sammlung, deren Zugehörigkeit Russland und die Ukraine seit Jahren bestreiten. In Bezug darauf haben die Museen der Krim eine Erklärung veröffentlicht.

    Die Skythen-Gold-Sammlung aus vier Museen der Krim war im Februar 2014 — kurz bevor sich die Halbinsel mit Russland wiedervereinte — zur Ausstellung „Krim: Gold und Geheimnisse des Schwarzen Meeres” in das Allard Pierson Museum — das archäologische Museum der Universität von Amsterdam — gebracht worden. Die Sammlung umfasst 583 Artefakte aus dem 4. Jahrhundert vor bis ins 7. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung. Es handelt sich um Schmuckgegenstände, Geschirr, Waffen und Kleinplastiken, die bei Ausgrabungen auf der Krim gefunden wurden, weshalb man auch vom Krim-Gold spricht. Der Streit zwischen Moskau und Kiew über die Zugehörigkeit der Skythen-Gold-Sammlung war entstanden, nachdem die Krim im Ergebnis des dort am 16. März 2014 durchgeführten Referendums wieder in den Bestand Russlands aufgenommen worden war.

    Nach dem Abschluss der Ausstellung in Amsterdam im August 2014 bestritten Russland und die Ukraine das Recht, die Kunstobjekte zurückzubekommen. Mitte Dezember 2016 hatte das Bezirksgericht Amsterdam entschieden, diese Ausstellungsexemplare der Ukraine zu übergeben.

    In Reaktion darauf reichten Museen der Krim eine Appellation ein, die nun am 11. März vom Berufungsgericht Amsterdam behandelt werden soll.

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    „Wir glauben, dass die Ausstellungsstücke, die unabdingbare Bestandteile unserer Sammlungen darstellen, zu ihrer ursprünglichen Lagerstätte, der Halbinsel Krim, zurückkehren sollen. Sowohl zu der Zeit, als die Ausstellung abgehalten wurde, als auch jetzt bewahren die Krimer Museen einzigartige archäologische Artefakte auf, die Archäologen im Boden der Krim jahrelang entdeckt haben. Ihr Status sowie ihre Rechte werden rechtlich geschützt”, heißt es in der Erklärung.

    „Unserer Meinung nach soll dieser Streit keine politische Grundlage geben”, sind die Mitarbeiter der Museen überzeugt. Die Ausstellungsstücke seien dem Allard Pierson Museum auf der Grundlage der garantierten Rückgabe übergeben worden, das heißt, diese hätten nach dem Abschluss der Ausstellung in Amsterdam vorbehaltlos zurückgegeben werden müssen.

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    Die Mitarbeiter der Museen wiesen darauf hin, dass die umstrittenen Ausstellungsgegenstände nie in Kiew gelagert worden seien.

    „Es gibt keine juristischen, kulturellen oder historischen Gründe, die Exponate nach Kiew zu bringen”, heißt es weiter in der Erklärung. „Die Organisierung, Vereinbarung und Durchführung der Ausstellung in Amsterdam wurde von allen Parteien abgestimmt, die direkt oder indirekt an diesem Prozess beteiligt waren, unter anderem auch mit dem Kulturministerium der Autonomen Republik Krim und mit dem Staat Ukraine”.

    Die Museen und die Bevölkerung der Halbinsel hätten ihren Glauben an das Rechtssystem der Niederlande nicht verloren, so die Verfasser der Erklärung: „Wir bitten darum, unsere Bestrebung zur Wiedergewinnung der einzigartigen Kulturobjekte der Antike und des Frühmittelalters zu unterstützen, die ein Teil der Weltzivilisation sind und dem Boden der Krim gehören”, schrieben sie abschließend.

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    Tags:
    Sammlung, Berufung, Appellationsgericht, Zugehörigkeit, Skythen-Gold, Streit, Kulturerbe, Gericht, Amsterdam, Niederlande, Krim, Russland, Ukraine