05:56 23 April 2019
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    Afghan Taliban's deceased leader Mullah Omar

    Während CIA nach ihm jahrelang suchte: Taliban-Chef versteckte sich neben US-Basis

    © AFP 2019 / Javed Tanveer
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    Der einäugige Anführer und Mitbegründer der Taliban Mullah Omar galt als einer der meistgesuchten Männer der Welt. Auf ihn hatten die USA ein Kopfgeld von zehn Millionen Dollar ausgesetzt. Das neue Buch einer niederländischen Journalistin offenbart, dass sich einer der größten Staatsfeinde der USA direkt vor der Nase der CIA versteckt hatte.

    Omars Aufstieg begann im Jahre 1980, als er sich den Mudschaheddin im Kampf gegen die sowjetische Armee in Afghanistan anschloss. Er war Mitbegründer der Taliban im Jahr 1994. Innerhalb von zwei Jahren hatte die Gruppierung große Teile Afghanistans eingenommen, einschließlich der Hauptstadt Kabul.

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    Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und der anschließenden US-Militärinvasion in Afghanistan stand Omar im Fokus von Washington. Er konnte seinen Verfolgern bis zu seinem Tod im Jahr 2013 entkommen.

    Diese ganze Zeit über hatten US-Beamte und die CIA geglaubt, dass Omar sich in Pakistan verstecken würde. In Wirklichkeit befand er sich lediglich fünf Kilometer von einer US-Militärbasis in Afghanistan entfernt, schreibt die niederländische Journalistin Bette Dam in ihrem Buch „Searching for an Enemy“, das demnächst veröffentlicht werden soll.

    Dam soll unter anderem Omars Leibwächter Dschabbar Omari interviewt haben, der ihn nach dem Sturz der Taliban versteckt und beschützt hatte. Dem Leibwächter zufolge lebte Omar in den ersten vier Jahren des Taliban-Aufstands in einem bescheidenen Haus in der Provinz Zabul, von dem aus man den US-Militärstützpunkt FOB Lagman in einer Stunde zu Fuß hätte erreichen können, sagte die Reporterin dem Blatt „De Volkskrant“.

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    Omar wechselte dem Buch zufolge wegen der unerwünschten Nähe zum Militärstützpunkt sein Versteck. Doch er hatte Pech: Nach seinem Umzug wurde in der Nähe wieder ein Stützpunkt gebaut. Im US-Stützpunkt Wolverine waren 1000 Soldaten stationiert, darunter Spezialkräfte aus den USA und Großbritannien.

    Trotz großer Angst vor seiner Entdeckung habe Omar sich nicht getraut, noch einmal umzuziehen, schreibt Dam. Er habe nur noch selten das Haus verlassen und sich vor US-Flugzeugen in Tunneln versteckt. Der Taliban-Anführer soll wie ein Einsiedler gelebt haben. Im Jahr 2013 wurde Omar krank. Er lehnte aber ärztliche Hilfe ab und starb einige Zeit später. 

     

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    Tags:
    Militärbasis, Taliban, CIA, Afghanistan, USA