14:41 19 April 2019
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    Boeing 737-800 der Fluggesellschaft TUI (Archivbild)

    Deutscher Luftraum für Boeing 737 Max 8 gesperrt – Ministerium

    © REUTERS / Paul Hanna
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    Der deutsche Luftraum bleibt bis auf weiteres für Maschinen dieser Bauart gesperrt, wie das Bundesverkehrsministerium am Dienstag mitteilte. Zuvor hat der weltgrößte Reisekonzern Tui nach dem Flugverbot für die Boeing 737 Max 8 in Großbritannien alle Flüge mit dem umstrittenen Flugzeugtyp gestoppt.

    Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien wird der deutsche Luftraum für Maschinen dieses Typs gesperrt. Das sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am Dienstag in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Unglücksursache stehe derzeit nicht fest. Zurzeit gebe es mehr Zweifel als Erkenntnisse.

    Zuvor hatte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) dem Sender n-tv gesagt: „Sicherheit geht absolut vor. Bis alle Zweifel ausgeräumt sind, habe ich veranlasst, dass der deutsche Luftraum für die Boeing 737 Max ab sofort gesperrt wird.”

    Auch Frankreich sperrt seinen Luftraum für Maschinen dieses Typs. Das teilte die zivile Luftfahrtbehörde DGAC am Dienstag mit. Französische Fluggesellschaften hätten keine Boeing 737 Max in ihren Flotten.

    Ein Startverbot gegen den Flugzeugtyp Boeing 737 Max 8 oder die gesamte Serie der 737 Max-Flieger haben bereits mehrere Länder verhängt. Ausser Großbritannien, Deutschland und Frankreich sind das Österreich, Irland, China, Indonesien, Singapur, Australien, Malaysia und der Oman. Allein in China sind von dem Verbot knapp 100 Flugzeuge betroffen, so dpa.

    Die US-Luftfahrtbehörde FAA, in deren Aufsichtsbereich 74 der Boeing 737 Max 8 im Einsatz sind, hat kein Startverbot ausgesprochen.

    Seit Montag haben sich mehrere Fluggesellschaften entschieden, die Maschinen vorsichtshalber am Boden zu lassen. Mehr als 60 Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8 sind daher zeitweise nicht im Betrieb. Dazu gehören: Norwegian (18 Flugzeuge), der Reisekonzern Tui (15), die mexikanische Airline Aeroméxico (6), Aerolíneas Argentinas (5), Ethiopian Airlines (4), Icelandair (3), Cayman Airways (2) aus der Karibik, die südkoreanische Airline Eastar (2), die brasilianische Gol (7) und Südafrikas Comair (1).

    Andere Airlines wie die US-Fluggesellschaften Southwest Airlines, American Airlines und auch die kanadische Air Canada halten bisher an den Flugzeugen fest.

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    Zuvor hat der weltgrößte Reisekonzern Tui nach dem Flugverbot für die Boeing 737 Max 8 in Großbritannien alle Flüge mit dem umstrittenen Flugzeugtyp gestoppt. Dieser Schritt umfasst alle Fluggesellschaften des Konzerns, wie dpa unter Verweis auf einen Unternehmenssprecher am Dienstag in Hannover mitteilte.

    Darüber hinaus berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg, die europäische Flugsicherung EASA bereite ebenfalls ein Flugverbot für die 737 MAX vor. Das Modell wird erst seit 2017 eingesetzt.

    Am vergangenen Sonntag war ein Flugzeug der Linie „Ethiopian Airlines” mit 149 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern an Bord sechs Minuten nach dem Start abgestürzt. Überlebende gab es keine. Die Absturzursache bleibt bislang unklar.

    >>>Mehr zum Thema: Zwei Abstürze in einem Halbjahr: China erteilt Flugverbot für neues Boeing-Modell<<<

    Das ist bereits das zweite Mal, dass der relativ neue Boeing-Typ abstürzt. Schon im Oktober 2018 war eine „Boeing 737 Max" der indonesischen Billigfluglinie „Lion Air" ebenfalls kurz nach dem Start abgestürzt. 189 Menschen kamen dabei ums Leben.

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    Tags:
    Katastrophe, Bundesverkehrsministerium, EASA, TUI Travel, Boeing, Äthiopien, Deutschland